Trainingsgruppe 2 beim FC?

Heldt: "Irgendwann müssen wir einen Schnitt machen"

Heldt muss die Ärmel hochkrempeln. Foto: Oliver Hardt/Getty Images
Heldt muss die Ärmel hochkrempeln. Foto: Oliver Hardt/Getty Images

'Trainingsgruppe 2', das ist heute zum geflügelten Wort geworden. Markus Gisdol gründete sie einst bei der TSG Hoffenheim. Im Jahr 2013 gehörten ihr unter anderem Eren Derdiyok und Tim Wiese an. Heute ist er Chefcoach des 1.FC Köln, der einen aufgeblähten Kader hat. Horst Heldt versucht, ihn zu verschlanken.

Mehr als 30 Spieler hat der FC im Aufgebot, deutlich zu viel für eine Saison mit nur zwei Wettbewerben. Nicht nur aus finanziellen Gründen sollen Spieler von der Gehaltsliste. "Die Qualität der Trainingsarbeit ist übergeordnet, die darf nicht leiden", betont Heldt gegenüber der Bild-Zeitung. Das Problem an der Sache: Alle Profis haben gültige Verträge, und somit das Anrecht auf einen geregelten Trainingsbetrieb. Eine eigene Trainingsgruppe für aussortierte Profis zeugt jedoch von schlechtem Stil. In Hoffenheim war das Projekt äußerst umstritten. Auch in Köln gibt es eher negative Erfahrungen.

Köln hatte einst den 'Bautrupp'

2006 ordnete Trainer Hanspeter Latour einige prominente Namen ab. Die Gruppe um beispielsweise Evanilson, Youssef Mokhtari und Patrick Weiser nannte sich im Anflug von Galgenhumor selbst 'Bautrupp'. Heldt wäre sehr daran gelegen, ließe sich eine andere Lösung finden. "Es kann bei dem einen oder anderen passieren, dass wir individuell entscheiden werden. Wir sind da aber nicht der einzige Verein. Klar ist aber auch, dass wir irgendwann einen Schnitt machen müssen", so der Sportchef.

"Gibt Spieler, die sich verändern möchten"

Zu den Spielern, denen Köln keinerlei Steine in den Weg legt, gehören dabei dem Vernehmen nach vor allem zuletzt verliehene Profis. Also etwa Vincent Koziello, Louis Schaub oder Lasse Sobiech. Aber auch Kingsley Schindler, der erst vor der abgelaufenen Saison kam, darf wieder gehen. "Wir führen Gespräche und es gibt schon auch Spieler, die sich gerne verändern möchten", bleibt Heldt optimistisch. Als ultima ratio bleibt nötigenfalls das Mittel der Vertragsauflösung. Die freilich würde schnell ins Geld gehen.

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Lars Pollmann  
01.08.2020