Ex-Sportchef meldet sich zu Wort

Heldt enttäuscht über Entlassung: "Kam nach dem Klassenerhalt überraschend"

Horst Heldt ist enttäuscht über sein Aus beim 1. FC Köln. Foto: Imago.
Horst Heldt ist enttäuscht über sein Aus beim 1. FC Köln. Foto: Imago.

Einen Tag nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln hat sich Horst Heldt zu Wort gemeldet. Der nun ehemalige Geschäftsführer Sport ist enttäuscht über das vorzeitige Ende seines Engagements.

Im November 2019 kehrte Horst Heldt zu seinem Herzensverein, dem 1. FC Köln, zurück - eineinhalb Jahre später muss das einstige FC-Eigengewächs seine Koffer wieder packen. Aufgrund des knappen Klassenerhalts, allen voran aber wegen der Transferaktivitäten in der zurückliegenden Saison hat der Vorstand Handlungsbedarf gesehen und vorerst Jörg Jakobs, Thomas Kessler und Lukas Berg als Interims-Trio installiert. 

Heldt: "Die Enttäuschung war sehr groß"

Er habe "mit großer Enttäuschung und Überraschung" auf sein Aus reagiert, sagte Heldt dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Als ich das am Sonntag am Ende des Gesprächs mit dem Vorstand erfahren habe, war die Enttäuschung sehr groß. Das kam nach dem Klassenerhalt überraschend", so der 51-Jährige, der betonte: "Ich muss das alles erst einmal verdauen und sacken lassen. Ich hätte gerne beim 1. FC Köln weitergearbeitet, mein Herz hängt an diesem Verein."

FC von Beginn an im Abstiegskampf

Der Trainerwechsel von Markus Gisdol zu Friedhelm Funkel war rückblickend die richtige Entscheidung, allerdings muss sich Heldt auch Kritik dafür gefallen lassen, zu lange an Gisdol festgehalten zu haben. Nach der Hinrunde belegte der FC mit 15 Punkten den Relegationsplatz und hatte acht Punkte Vorsprung auf Mainz 05 und Schalke 04. Nach der kuriosen Aufholjagd der Mainzer blieben Gisdol und die Seinen aber gemeinsam mit Schalke, dem FC Augsburg, Werder Bremen und Hertha BSC bis zum Schluss im Abstiegskampf stecken. 

Heldt soll siebenstellige Abfindung kassieren

Erst unter Funkel sammelte der FC wieder fleißig Punkte, in sechs Bundesligaspielen waren es zehn Stück. Vom zwischenzeitlichen direkten Abstiegsplatz ging es am letzten Spieltag auf den Relegationsplatz. Das erste von zwei Duellen gegen Holstein Kiel verloren die Kölner mit 0:1, im Rückspiel setzten sie sich allerdings mit 5:1 durch. Medienberichten zufolge war die Entlassung von Heldt aber bereits vor der Relegation beschlossene Sache. Aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2023 wird nun eine Abfindung fällig, dem Kölner Stadt-Anzeiger zufolge dürfte Heldt ein Jahresgehalt in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro kassieren - angesichts der prekären finanziellen Situation keine niedrige Summe.

Florian Bajus  
31.05.2021