Mainzer Klassenerhalt

Heidel: Mit dieser Rückrunde "stehen wir in den Geschichtsbüchern"

Christian Heidel freut sich über die gelungene Mission Klassenerhalt mit seinen Mainzern. Foto: Imago

Der FSV Mainz 05 legte in dieser Saison eine Aufholjagd hin, wie sie die Bundesliga noch nie gesehen hat. Nach 17 Spieltagen standen die Rheinhessen mit nur sieben Punkten auf dem vorletzten Platz. Was folgte war ein regelrechtes Wunder und ein gutes Beispiel, wie ein Klub mit vielen richtigen Entscheidungen doch noch die Wende schaffen kann.

Die Rückkehr von Christian Heidel Ende Dezember vergangenen Jahres läutete beim FSV Mainz 05 einen Umbruch ein. Mit Martin Schmidt als Sportdirektor und Bo Svensson als Trainer kamen Heidel-Vertraute an den Bruchweg zurück. Gemeinsam starteten sie die Mission Klassenerhalt. Aus einem Zehn-Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer nach der Hinrunde wurden nun sechs Punkte Vorsprung. Die Mainzer spielten die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte und holten 32 Punkte. Auch für Heidel eine unglaublich Geschichte. "Ich glaube eines haben wir erreicht mit dieser Rückrunde: Dass der Name Mainz 05, wann immer in Klubs Krisen auftreten, wahrscheinlich genannt wird. Jeder wird sagen: Aber die Mainzer haben es damals auch geschafft. Ich glaube dass wir damit auch in den Geschichtsbüchern stehen werden", sagte der der 57-Jährige im Saisonabschlussgespräch auf Nachfrage von fussball.news.

"Man wird nie vergessen, was da passiert ist"

Heidel weitete die historische Bedeutung des Mainzer Wunders sogar über die Bundesliga hinaus aus: " Ich glaube das gab es in ganz Europa noch nicht, dass ein Klub mit nur sieben Punkten nach der Hinrunde nicht abgestiegen ist." Einen Wunsch äußerte der gebürtige Mainzer allerdings: "Wir wollen das nicht mehr wiederholen. Wir nehmen uns jetzt nicht vor, in der nächsten Hinrunde nur sechs Punkte zu holen, um unseren Rekord zu brechen." Ausgesucht habe er sich das Szenario schließlich nicht: "Das war nicht unser Ziel. Wir hätten die Punkte gerne auf Hin- und Rückrunde verteilt und eine entspannte Saison gehabt." So allerdings werde die Erfolgsgeschichte der Mainzer in Zukunft als Positivbeispiel herhalten: "Man wird nie vergessen, was da passiert ist. Und auch die Fußballfamilie wir es immer für sich in Anspruch nehmen und sagen: Da gab es mal einen Klub. Das ist doch auch ganz nett für uns."

Svensson: "Es gab keine Alternative zu diesem Weg"

Eine wegweisende Entscheidung für das Wunder war im Januar dann auch die Verpflichtung von Bo Svensson als Coach. Danny da Costa erklärte im exklusiven Interview mit fussball.news, dass er bei seiner Ankunft sofort gespürt hat, dass alle im Verein an das große Wunder glauben. Svensson, der erst zwei Wochen zuvor übernommen hatte, erklärte nun, wie das Umdenken stattgefunden hat: "Als ich gekommen bin, hatten wir sechs Punkte. Dann haben wir einen Punkt in Dortmund geholt. Vielleicht hat die Mannschaft dort gespürt, dass, wenn sie zusammenarbeiten, auch eine Riesenqualität hat." Der 41-jährige Däne legte großen Wert auf Mentalität und die richtige Einstellung, führte viele Einzelgespräche: "Und da habe ich immer gespürt, dass die Spieler bereit sind, diesen langen harten Weg zu gehen. Es gab keine Alternative zu diesem Weg. Wir haben diesen Geist schon vor den Ergebnissen in der Gruppe gespürt. Sie sind eine Mannschaft geworden und begriffen, was sie liefern müssen und welche Werte hier immer im Zentrum stehen." Die Mainzer Mannschaft hat geliefert und sich so den Platz in den Geschichtsbüchern gesichert.

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
23.05.2021