"Aus seiner BVB-Zeit gelernt"

Heidel: "Menschlich schwierig? Damit wird man Tuchel nicht gerecht"

Tuchel genießt in Deutschland mancherorts einen eher zweifelhaften Ruf. Foto: DAVID RAMOS/POOL/AFP via Getty Images
Tuchel genießt in Deutschland mancherorts einen eher zweifelhaften Ruf. Foto: DAVID RAMOS/POOL/AFP via Getty Images

Thomas Tuchel steht mit Paris Saint-Germain einen Sieg vom größtmöglichen Erfolg im Vereinsfußball entfernt. Mit einem Triumph über den FC Bayern würde für den gerade in Deutschland oft kritisch gesehenen Übungsleiter viel Genugtuung einhergehen. Christian Heidel findet dabei, dass sein einstiger Coach einen falschen Ruf hat.

"Es wird ihm nicht gerecht, wenn man sagt: Thomas ist menschlich schwierig. Wir haben in Mainz sechs Jahre hervorragend zusammengearbeitet, nur am Ende gab es mal unterschiedliche Ansichten", so der damalige Manager gegenüber dem kicker. Im alltäglichen Fußballgeschäft seien Reibereien handelsüblich, sagt Heidel. Bei Borussia Dortmund waren es freilich mehr als Reibereien, die Tuchel nach zwei Jahren trotz eines gültigen Vertrags aus dem Amt brachten. Der sportlich durchaus erfolgreiche Übungsleiter säte nach Ansicht der Verantwortlichen ein ungesundes Klima, das sich auch auf die Mannschaft ausdehnte.

"Aus seiner BVB-Zeit gelernt"

"Thomas hat sicher aus seiner BVB-Zeit gelernt. Er ist immer noch ein junger Trainer, das darf man nicht vergessen", nimmt Heidel Tuchel in Schutz. Der aktuell so sichtbare Erfolg sei ein klares Zeichen dafür, dass der PSG-Coach sehr wohl auch mit verschiedenen Spielerpersönlichkeiten umzugehen verstehe. "Es ist eine Mär, wenn man sagt, Thomas könne nicht mit Menschen." Tuchel habe allerdings hohe Erwartungen an sich und seine Profis. "Egal, ob da Neymar auf dem Trikot steht oder ein anderer Name."

Kein "Taktiker ohne Feingefühl"

Immer wieder gab es dabei in Frankreich auch Berichte, die ein Zerwürfnis so manches Stars mit dem Trainer suggerierten. "Ich habe nicht das Gefühl, dass sie in Paris nicht mit ihm können, sonst erreichst du kein Champions-League-Finale", hat Heidel eine klare Meinung. In jedem Fall sei es unfair, Tuchel als "Taktiker ohne Feingefühl hinzustellen". Dem ehemaligen Mainz-Coach traut er so auch zu, den scheinbar übermächtigen FC Bayern im Finale zu schlagen. Wenngleich Heidel den Rekordmeister "leicht favorisiert" sieht.

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Lars Pollmann  
20.08.2020