Ex-BMG-Coach

Hecking über Gladbach-Krise: "Die wenigsten Vereine sind so stabil"

Dieter Hecking hat Borussia Mönchengladbach nicht aus den Augen verloren. Foto: Getty Images.
Dieter Hecking hat Borussia Mönchengladbach nicht aus den Augen verloren. Foto: Getty Images.

Mit 22 Punkten aus 19 Spielen liegt Borussia Mönchengladbach weit hinter den Erwartungen. Für Ex-Coach Dieter Hecking gehört die aktuelle Saison der Fohlen zur natürlichen Entwicklung im Profi-Fußball.

Seit Lucien Favre Borussia Mönchengladbach in der Saison 2010/11 vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga bewahrt hat, hat die Elf vom Niederrhein jede darauffolgende Spielzeit auf einem einstelligen Tabellenplatz beendet und sich sechsmal für den Europapokal qualifiziert. Grundsätzlich ist für die Borussia noch ein Platz in der oberen Tabellenhälfte drin, schließlich sind erst 19 von 34 Spieltagen vorüber - vorrangig müssen Adi Hütter und die Seinen den Blick aber nach unten richten, denn der Relegationsplatz ist nur vier Punkte entfernt.

Heckings großes Aber

Die Gründe, weshalb der Funke zwischen der Borussia und Hütter noch nicht übergesprungen ist, sind vielschichtig und komplex. In den Augen von Dieter Hecking ist das verhältnismäßig schwache Gladbacher Abschneiden aber auch ein Zeichen, dass nur wenige Vereine auf Dauer stabil in ihren Leistungen sein können: "Borussia hat im vergangenen Jahrzehnt für sehr erfolgreichen Fußball gestanden. Aber die wenigsten Vereine sind so stabil, dass sie nicht doch einmal in Schwierigkeiten geraten können. Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und vielleicht noch Bayer 04 Leverkusen waren in diesem Zeitraum die einzigen Klubs, die dem Anspruch, regelmäßig europäisch spielen zu wollen, gerecht geworden sind", sagte der Ex-Gladbach-Coach dem Sportbuzzer.

"Hier tauchen jetzt plötzlich Freiburg und Union Berlin auf"

Neben Gladbach hätten sich auch RB Leipzig (28 Punkte, Platz sieben), Bayer Leverkusen (32 Punkte, Platz drei) und Eintracht Frankfurt (28 Punkte, Platz acht) einige Wackler erlaubt, betonte der heutige Sportvorstand des 1. FC Nürnberg und ergänzte, das Quartett müsse "feststellen, dass die Tabelle der Top sechs nicht in Stein gemeißelt ist. Hier tauchen jetzt plötzlich Freiburg und Union Berlin auf und leisten herausragende Arbeit." Die neue Konkurrenz macht es umso schwieriger, wieder in Europapokal-Reichweite zu gelangen. Doch daran ist in Mönchengladbach ohnehin nicht zu denken.

Florian Bajus  
18.01.2022