Ex-Coach litt mit

Doll: "Eine Handvoll sogenannte Drecksäcke hätte dem HSV geholfen"

Doll befürchtet ein dauerhaftes Abrutschen in die Versenkung. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images
Doll befürchtet ein dauerhaftes Abrutschen in die Versenkung. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Der Hamburger SV ist auch im zweiten Anlauf am Wiederaufstieg in die Bundesliga gescheitert. Es gibt wohl kaum einen Verein, der von seinen Anhängern so viel Leidensfähigkeit einfordert. Zu den Fans der Rothosen zählt sich auch Ex-Profi und -Trainer Thomas Doll.

"Ich habe wie alle Fans ohne Ende mit dem Verein gelitten. Es hat sehr weh getan, dass eine Riesen-Chance zum Aufstieg förmlich weggeworfen wurde", sagt der 54-Jährige gegenüber der Bild-Zeitung. Da half auch wenig, dass Doll das Unheil kommen sah. Bereits im Februar bei den Niederlagen gegen den FC St. Pauli und Erzgebirge Aue sei ihm klar geworden, wie wenig sich die HSV-Mannschaft gegen das drohende Ungemach zu wehren wusste. "Eine Handvoll sogenannte Drecksäcke hätte dem HSV geholfen. Ein paar Typen, die dem Gegner genau aufzeigen: soweit – und nicht weiter", meint er deshalb. Der Verein scheint das nicht komplett anders zu sehen, jedenfalls passt Klaus Gjasula mit seinem Bundesliga-Rekord an Gelben Karten wohl in das Raster des 'sogenannten Drecksacks'.

"Hamburg soll ja die meisten Millionäre haben"

Doll ist mit der Verpflichtung mehr als einverstanden. "So ein Profi hat dem Kader eben in der vergangenen Spielzeit gefehlt. Einer, der auch mal die gegnerischen Spieler vor dem Strafraum stoppt." Er hofft auf weitere Neuzugänge von Format, weil der Druck des Aufstiegs immer groß sein werde und der HSV nur mit Talenten dem nicht standhalten könne. Freilich lassen die Finanzen des Traditionsklubs große Sprünge nicht zu. "Hamburg soll ja die meisten Millionäre in Deutschland haben. Da muss sich doch jemand finden, der unserem HSV unter die Arme greift", so Doll. Andernfalls drohe das dauerhafte Abrutschen in der Versenkung. "Ich habe Angst, dass der HSV über Jahre keine Rolle mehr spielt."

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Lars Pollmann  
24.07.2020