Walter vs. Hürzeler

Trainerduell im Stadtderby: Fliegen an der Seitenlinie die Fetzen?

Walter gilt als durchaus aufbrausender Typ. Foto: Getty Images
Walter gilt als durchaus aufbrausender Typ. Foto: Getty Images

Am Freitagabend empfängt der Hamburger SV den FC St. Pauli zum Stadtderby in der 2. Bundesliga. Die tabellarische Ausgangslage verleiht dem ohnehin stets brisanten Spiel eine besondere Würze, zudem wollen sich beide Teams für Niederlagen am vergangenen Spieltag revanchieren. Viele Blicke werden während der Begegnung auch auf die Seitenlinie gerichtet sein. Das Trainerduell zwischen Tim Walter und Fabian Hürzeler bietet Knall-Potenzial.

Zwar ist Hürzeler bei den Kiezkickern erstmals im Derby der Chefcoach, mit Walter verbindet den jüngsten hauptverantwortlichen Übungsleiter im deutschen Profifußball dennoch eine Vorgeschichte. Als Spielertrainer des FC Pipinsried traf der 30-Jährige in der Saison 2017/18 auf die vom heutigen HSV-Coach trainierte Zweitauswahl des FC Bayern. Nach einem 1:0-Sieg im Auswärtsspiel tönte Hürzeler seinerzeit, Bayern II sei für ihn "kein Top-Team" in der Regionalliga, wie die Hamburger MOPO erinnert. Walter wiederum habe seinem Gegenüber unter anderem "Selbstüberschätzung" vorgeworfen.

"Das gehört zum Fußball dazu"

Nach Aussage von Hürzeler ist der Vorfall zwischenzeitlich abgehakt und pflege er ein gewöhnliches Verhältnis zu Walter. "Wir waren damals beide emotional und wir sind auch heute noch emotional. Das gehört zum Fußball dazu", so der Erfolgstrainer des FC St. Pauli zuletzt beim TV-Sender Sky. Walter indes meint, dass sein junger Berufskollege inzwischen gereift sei. "Ich glaube, dass er weiß, wie er jetzt damit umzugehen hat, wenn er auf einer anderen Ebene ist und nicht nur als Spielertrainer agiert", lässt er sich zitieren.

"In der Emotion ist das nun mal so"

Dennoch hält Walter auch einen neuerlichen Clash mit Hürzeler für denkbar. "Die Situation, wie sie damals war, könnte auch vergleichbar sein mit jetzt manchen Spielen. In der Emotion ist das nun mal so, jeder kämpft für seine Farben. Ob im unteren oder oberen Bereich, jeder will das Optimum rausholen", erklärt der 47-Jährige. Dass beide Trainer an Spieltagen durchaus hitzköpfig unterwegs sein können, ist hinlänglich bekannt. Walter verpasste zuletzt sogar ein Heimspiel wegen einer Sperre. Hürzeler indes ist der Boulevardzeitung zufolge schon als Co-Trainer von St. Pauli im Derby mit dem HSV-Coach aneinander geraten. Es wäre keine große Überraschung, gäbe es auch am Freitag Knatsch an der Seitenlinie.

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Lars Pollmann  
18.04.2023