Spätes Remis gegen Augsburg

Hamann zweifelt an Hertha: "Stelle den Verstand der Mannschaft in Frage"

Hertha BSC kam gegen Augsburg nicht über ein 1:1 hinaus. Foto: Getty Images.
Hertha BSC kam gegen Augsburg nicht über ein 1:1 hinaus. Foto: Getty Images.

Hertha BSC hat in der siebten Minute der Nachspielzeit einen möglichen Heimsieg gegen den FC Augsburg verspielt (1:1). Während sich Cheftrainer Pal Dardai über das verpasste zweite Tor ärgerte, wählte TV-Experte Dietmar Hamann mit Blick auf die Entstehung des Ausgleichs harte Worte.

Das Kellerduell zwischen Hertha BSC und dem FC Augsburg endete 1:1. Im Olympiastadion ging die Hertha nach 40 Minuten durch Marco Richter in Führung, vorausgegangen war jedoch ein eklatanter Fehler des Augsburger Abwehrspielers Robert Gumny, der den eigenen Torhüter Rafal Gikiewicz umkurvte und den heranstürmenden Richter nicht im Blick hatte. In der siebten Minute der Nachspielzeit rettete Michael Gregoritsch den Punkt für die Fuggerstädter, nachdem Fredrik Jensen den Ball unbedrängt in den Strafraum schlagen konnte, wo der Österreicher höher als alle anderen in die Luft stieg und Alexander Schwolow keine Chance ließ.

Dardai: "Du musst das zweite Tor machen"

"Du musst das zweite Tor machen, dann müssen wir auch nicht diskutieren", sagte Hertha-Coach Pal Dardai nach dem Schlusspfiff bei Sky. Die Berliner verzeichneten zwölf Torschüsse und trafen in der 74. Minute zum vermeintlichen 2:0, das Tor von Jordan Torunarigha wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen. "In der zweiten Hälfte hatten wir die Räume, hätten das 2:0 machen müssen", legte der Ungar auf der anschließenden Pressekonferenz nach und betonte: "Wir müssen mit Umschaltsituationen konsequent umgehen, das war schon gegen Leverkusen (1:1 am 11. Spieltag, d. Red.) nicht optimal. Das müssen wir lernen."

Hamann über Ausgleich: "Im Umkreis von 20 Metern steht kein Berliner"

Zwar ärgerte sich Dardai auch über das späte Gegentor ("Das ist schon der sechste Punkt, den wir in der Endphase verschenken"), Dietmar Hamann fand bei Sky allerdings deutlichere Worte für den Ausgleich: "Ich muss den Verstand der Mannschaft in Frage stellen. Die führen nach 96 Minuten mit 1:0, dann wird der Ball geklärt. Rechts am Sechzehnereck steht Jensen blitzeblank, im Umkreis von 20 Metern steht kein Berliner. Da haben einige auf den Konter spekuliert, dass der Ball zum Berliner fällt und sie das zweite Tor machen", so der TV-Experte, der betonte: "Wenn ich schon sechs Minuten drüber bin, schlage ich den Ball raus oder ins Seitenaus. Ich bleibe hinten drin stehen, dann sollen die kopfballstarken Spieler die Bälle klären."

Hamann ist "für die nächsten Wochen Angst und Bange"

Im Endspurt der Hinrunde trifft die Hertha auf den VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld, Mainz 05 und Borussia Dortmund. Hamann sieht die Hauptstädter vor richtungsweisenden Wochen, ist allerdings kaum überzeugt, dass die Mannschaft zahlreiche Punkte einfahren wird: "Wenn du solche Anfängerfehler machst, ist mir für die nächsten Wochen Angst und Bange. Wenn ich mir einige Mannschaften da unten anschaue - Fürth mal ausgeschlossen -, gibt es wenige Mannschaften, die fragiler unterwegs sind als die Berliner. Ich glaube, sie müssen sich darauf einstellen, dass sie dieses Jahr bis Saisonende dort unten stehen. Ob es so gut ausgeht wie letztes Jahr? Ich weiß es nicht."

Florian Bajus  
27.11.2021