Überraschung im Revierderby?

Hamann: "Vorzeichen könnten für die Schalker nicht viel besser sein"

Schalke geht mit Rückenwind ins Derby. Foto: Getty Images
Schalke geht mit Rückenwind ins Derby. Foto: Getty Images

Borussia Dortmund empfängt am Samstagnachmittag den FC Schalke 04 zum ersten Revierderby seit über anderthalb Jahren. Die Favoritenrolle ist auf dem Papier eindeutig verteilt, aber die Papierform muss in einem Lokalduell bekanntlich nicht die große Rolle spielen. So sieht auch Dietmar Hamann eigentlich klare Verhältnisse, die umständehalber verschwimmen könnten.

"Es gab auf dem Papier noch nie einen größeren Unterschied. Der Vizemeister trifft auf den Aufsteiger", erklärt der TV-Experte gegenüber den Ruhr Nachrichten. Auch die Diskrepanz bei der individuellen Qualität sei frappierend, meint Hamann. "Ich will keinem Schalker unrecht tun. Aber ich tue mich schwer, auch nur einen besseren Spieler zu finden. Die individuelle Klasse spricht klar für den BVB", so der Ex-Nationalspieler. Und doch würde es ihn nicht wundern, wenn sich da am Samstag in Dortmund eine Überraschung abspielen sollte.

"Dortmunder kommen geknickt aus Manchester zurück"

"Die Vorzeichen könnten meiner Meinung nach nicht viel besser für die Schalker sein. Die Dortmunder kommen geknickt aus Manchester zurück, haben sich für eine über 80 Minuten gute Leistung nicht belohnt", führt Hamann aus. Schalke hingegen habe sich mit dem ersten Saisonsieg gegen den VfL Bochum Schwung geholt, der Aufsteiger sei ohnehin "auswärts in dieser Saison bisher unter den Voraussetzungen tadellos" unterwegs. Die Knappen haben zuletzt beim VfL Wolfsburg und VfB Stuttgart Remis gespielt, am 1. Spieltag setzte es auch wegen einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen eine Niederlage beim 1.FC Köln.

"Trotz des Qualitätsunterschieds definitiv etwas drin"

"Wenn es für die Dortmunder nicht gut losgeht, kann es schnell unruhig werden. Deshalb ist für Schalke trotz des Qualitätsunterschieds definitiv etwas drin", legt sich Hamann fest. Der frühere Mittelfeldmann des FC Bayern und FC Liverpool ist allgemein skeptisch, was den Saisonstart des BVB anbelangt. Die Schwarzgelben hatten aus seiner Sicht schon in manchem Spiel Glück, zudem fehle es an Selbstkritik, nachdem gegen Manchester City in der Schlussphase mindestens ein Remis doch recht leichtfertig aus der Hand gegeben worden sei. Schalke ist da am Samstag womöglich in der leichteren Ausgangslage: Vom Aufsteiger erwartet kaum jemand mehr als einen aufopfernden Kampf.

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Lars Pollmann  
16.09.2022