Dortmund schon früh hinter dem Anspruch

Hamann kritisiert BVB: "Für einen Meisterschaftsanwärter einfach zu wenig"

Symbolbild: Brandt und der BVB am Boden. Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images
Symbolbild: Brandt und der BVB am Boden. Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Borussia Dortmund hat mit einem 0:2 beim FC Augsburg am zweiten Bundesliga-Spieltag den Kritikern Nahrung gegeben. Erneut dürfte in den kommenden Tagen die Diskussion über Mentalität, Einstellung und Ambitionen Fahrt aufnehmen. Dietmar Hamann eröffnet den Reigen mit seinem Urteil.

"Wenn du hinten bist zur Hälfte, hast in der zweiten Halbzeit über 85 Prozent Ballbesitz und drei Torschüsse, dann ist das für einen Meisterschaftsanwärter einfach zu wenig", so der TV-Experte bei Sky. "Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass Dortmund noch ein Tor macht." Zum einen war dies sicher der guten Abwehrleistung des FCA geschuldet, bei der Rafal Gikiewicz das wenige, was auf sein Tor kam, souverän wegarbeitete. Zum anderen aber einer unerklärlichen Behäbigkeit im Angriff des BVB.

"Auf Teufel komm raus, Biegen und Brechen"

"Sie scheinen einfach nicht in der Lage zu sein, diese Spiele auf Teufel komm raus, auf Biegen und Brechen umzudrehen", sagt Hamann. In der Vorsaison gelang eben dies allerdings unter anderem in Augsburg, als der BVB ein 1:3 in ein 5:3 umbog. Insgesamt holte der BVB bei zwölf Rückständen da noch drei Siege und zwei Remis. Das Problem ist sicher eher, dass Dortmund so oft in Rückstand gerät. Im übertragenen Sinn erwartet Hamann den am Sonntag auch mit Blick auf den FC Bayern.

"Jetzt geht es wieder los"

"Natürlich haben wir am 2. Spieltag noch einen weiten Weg vor uns: Aber jetzt geht es wieder los, du fängst wieder an, ihnen hinterher zu laufen." In Dortmund dürfte so kaum jemand denken, weil sie um die Übermacht der Münchner wissen. Dennoch kann das Ziel nach zwei Jahren als Vizemeister nur lauten, es dem FC Bayern wenigstens so schwer wie möglich zu machen. Da ist der BVB schon nach 180 Minuten einmal mehr vom Kurs abgekommen.

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Lars Pollmann  
26.09.2020