Spitze gegen Ex-Spieler

Hainer: "Kann mir vorstellen, dass Alaba in Madrid einiges vermissen wird"

Herbert Hainer sieht im FC Bayern mehr als nur einen Fußballverein. Foto: Getty Images.
Herbert Hainer sieht im FC Bayern mehr als nur einen Fußballverein. Foto: Getty Images.

Für Herbert Hainer ist der FC Bayern mehr als nur ein gewöhnlicher Fußballverein. Eine Spitze in Richtung David Alaba ließ sich der Präsident des deutschen Rekordmeisters im Zuge dieser Aussage nicht entgehen.

Auf sportlicher Ebene ist der FC Bayern seit vielen Jahren in Deutschland das Maß aller Dinge. Zugleich sind die Münchner darum bemüht, auch international zur absoluten Elite zu gehören. In den Augen von Herbert Hainer ist das Sportliche aber nur ein Teil dessen, was den FC Bayern ausmacht: "Ich bin weiterhin überzeugt davon, dass wir mehr sind als ein Fußballklub. Den FC Bayern zeichnet aus, dass er eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat und über den Sport hinaus wirkt", sagt der Präsident der Münchner im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und betont: "Der FC Bayern ist ein Influencer, um es mal modern zu formulieren. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Verein für den Sport, die Gesellschaft und das soziale Gefüge eine große Rolle spielt."

Hainer: "Wo ist woanders was besser?"

Laut Hainer ist neben finanziellen und sportlichen Perspektiven auch das gesellschaftliche Engagement des Vereins ein Grund für die Vertragsverlängerungen von Leon Goretzka und Joshua Kimmich: "Auch deshalb verlängern sie ihre Verträge hier, was ich als Bestätigung für unsere Philosophie betrachte. Wo ist woanders was besser?", fragt der 67-Jährige, der mit Bezug auf den Wechsel von David Alaba zu Real Madrid ergänzt: "Ich kann mir auch gut vorstellen, dass David Alaba in Madrid einiges von uns vermissen wird."

"Wir entscheiden nach sportlichen Kriterien"

Dieser Weg, als "mehr als ein Fußballklub" zu agieren, soll den Münchnern dabei helfen, trotz der geringeren finanziellen Möglichkeiten im Vergleich zu Vereinen wie Paris St. Germain, Manchester City oder dem FC Chelsea an der europäischen Spitze zu bleiben: "Der FC Bayern hat ja auch früher nicht alles gemacht, was er vielleicht gekonnt hätte. Das Festgeldkonto, dieses Nicht-abhängig-Sein von anderen, war hier immer ein Antrieb", so Hainer, der betont: "Sind wir auch heute bereit zu investieren? Aber klar! Aber wir entscheiden nach sportlichen Kriterien, und wenn dir wegen Corona 150 Millionen Euro an Einnahmen fehlen, schaust du natürlich umso mehr, wie du deine Ausgaben gestaltest." Soll heißen: Vernunft steht beim FC Bayern an oberster Stelle.

Florian Bajus  
14.10.2021