Vermeintliches Juwel

Guendouzi-Deal: Hat sich Hertha einen "Problem-Profi" geschnappt?

Guendouzi spielte zuletzt bei Arsenal keine Rolle mehr.
Guendouzi spielte zuletzt bei Arsenal keine Rolle mehr. Foto: Getty

Auf den ersten Blick wirkt die Leihe von Arsenal-Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi zu Hertha BSC wie ein gelungener Transfer-Coup für die Berliner. Die vergangenen Monate werfen allerdings einen Schatten über den Deal.

Vor zwei Jahren kam Matteo Guendouzi als vielversprechendes Talent vom französischen Erstligisten FC Lorient zum FC Arsenal. Unter Trainer Unai Emery den Durchbruch geschafft und bei den Gunners zum Stammspieler avanciert, ging es unter Nachfolger Mikel Arteta für den 21-Jährigen bergab.

Guendouzi unter Arteta außen vor

Der Spanier, der zuvor Manchester Citys Coach Pep Guardiola assistierte, setzte fortan kaum mehr auf den zentralen Mittelfeldspieler. Allein in der Premier League stand der Youngster in zwölf von 20 Partien unter dem Iberer nicht einmal mehr im Kader der Nordlondoner. Arteta erklärte eine Nichtnominierung Guendouzis Anfang Juli wie folgt: "Ich setze nur auf Spieler, die Werte repräsentieren, schätzen und sich zu 100 Prozent mit uns identifizieren."

Das Online-Portal The Athletic will Hintergründe kennen und gab damals an, dass Guendouzi über zwei Wochen hinweg vom Mannschaftstraining ausgeschlossen wurde und sich mit einem Fitnesstrainer individuell fit hielt. Ab dem 25. Juni hat der junge Franzose für Arsenal kein Pflichtspiel mehr bestritten.

PSG buhlte wohl ebenfalls

Zu diesem Zeitpunkt hatte offenbar aber noch Paris Saint-Germain um den Junioren-Nationalspieler der Equipe Tricolore geworben. Ein Abgang aus London kam damals aber nicht zustande. Wochen später, am Deadline Day, unterschreibt der einst als zukünftige Arsenal-Ikone hochgelobte Profi bei der höchstambitionierten Hertha. Ein Deal, der so vor Monaten, als der Wuschelkopf noch die Fäden im Gunners-Mittelfeld zog, als unwahrscheinlich eingestuft wurde.

Franzose muss nicht nur sportlich überzeugen können

Mit Guendouzi sichert sich der deutsche Hauptstadtklub zweifelsohne einen qualitativ feinen Kicker, der im Zentrum variabel einsatzbar ist. Ob es allerdings auch eine Erfolgsgeschichte werden wird, mag abzuwarten bleiben. Überzeugt der 21-Jährige sportlich wie auch menschlich während seinem Leihjahr in Berlin, so dürfte ihm mit Sicherheit die Tür in die große Fußballwelt nicht verschlossen bleiben - das Potenzial dafür besitzt er allemal.

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Adrian Kuehnel  
06.10.2020