HSV-Verteidiger muss pausieren

Grund für Leistner-Sperre: "Besonders schwerwiegende Verfehlung eines Spielers"

Toni Leistner fehlt dem Hamburger SV nach seinem Ausraster im DFB-Pokal für mindestens drei Spiele.
Toni Leistner fehlt dem Hamburger SV nach seinem Ausraster im DFB-Pokal für mindestens drei Spiele. (Foto: imago)

Nachdem Toni Leistner im Pokalspiel bei Dynamo Dresden (1:4) über die Stränge geschlagen und einen Fan handgreiflich attackiert hatte, wurde der Verteidiger des Hamburger SV vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu fünf Spielen Sperre (zwei davon auf Bewährung) und einer Geldstrafe von 8.000 Euro verdonnert.

Zwar entschuldigte sich Leistner öffentlich in den sozialen Medien noch am selbigen Abend, doch sein Ausraster hatte sich schon längst im Internet und bei allen möglichen Medien verbreitet. Auch der DFB hatte diese Untat zur Kenntnis genommen, heute gab es das Urteil: Fünf Spiele Sperre, wovon zwei auf Bewährung bis zum 18. September 2021 ausgesetzt sind und eine Geldstrafe von 8.000 Euro. Statt wie eine Rote Karte, die in den meisten Fällen nur für den betroffenen Wettbewerb gilt, ist diese Sperre auch für die 2. Bundesliga gültig. Daniel Thioune, Trainer des Hamburger SV, hatte mit solch einer Nachricht bereits gerechnet, plante seinen Verteidiger deshalb gar nicht erst für das erste Spiel der neuen Saison - heute 18.30 Uhr gegen Fortuna Düsseldorf - ein.

Leistners Tat eine "schwerwiegende Sportverfehlung"

Richter Hans Eberhard Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, begründete das Urteil wie folgt: "Wir werten dies als schwerwiegende Sportverfehlung, die Sperre gilt daher auch für den Ligabetrieb und nicht nur den DFB-Pokal." Außerdem erklärte der 69-Jährige: "Wir hatten hier einerseits zu berücksichtigen, dass es sich bei einem Angriff auf einen Zuschauer um eine besonders schwerwiegende Verfehlung eines Spielers gehandelt hat, andererseits aber auch die Schwere der vorangegangenen Provokation zu würdigen. Für den Spieler sprach zudem, dass er sportgerichtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, er sein Fehlverhalten bedauert und aufrichtig um Entschuldigung gebeten hat. Die zusätzliche Geldstrafe ergibt sich aus dem Verstoß gegen das Hygienekonzept, den wir nicht bagatellisieren wollen."

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Tom Jacob  
18.09.2020