1978 und 2009 gab es sogar elf neue Coachs vor der Saison

Großes Trainer-Karussell? Wohl kein neuer Bundesliga-Rekord

Rose und Nagelsmann sind nur zwei der Wechsler. Foto: Imago
Rose und Nagelsmann sind nur zwei der Wechsler. Foto: Imago

Das Trainer-Karussell in der Bundesliga bestimmt schon seit einigen Monaten die Schlagzeilen. Der Wechsel von Julian Nagelsmann von RB Leipzig zum FC Bayern stellt dabei den bislang spektakulärsten Deal dar. Tatsächlich aber gab es in der Bundesliga schon Spielzeiten, an deren Ende es noch mehr Veränderungen auf den Trainerbänken gab.

Aktuell ist 'erst' bei sechs Klubs klar, dass in der neuen Saison auch ein neuer Übungsleiter das Sagen hat: Der FC Bayern, RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und der 1.FC Köln haben schon neue Chefcoachs verpflichtet oder befinden sich noch auf der Suche, um eine Vakanz zu füllen. Hinzu kommen könnten bei realistischer Betrachtungsweise noch vier weitere Klubs. Der VfL Wolfsburg könnte Oliver Glasner per Ausstiegsklausel verlieren, Bayer Leverkusen sich gegen eine Weiterbeschäftigung von Hannes Wolf entscheiden. Je nach Ausgang des Abstiegskampfs sind auch bei Werder Bremen und Hertha BSC Veränderungen vorstellbar. 

Maximal zehn neue Coachs?

Sofern nicht noch ein Überraschungsklub hinzukommt, bleibt es also bei maximal zehn Trainerwechseln im Sommer unter den 18 aktuellen Bundesliga-Klubs. Der naheliegendste Kandidaten für einen elften Wechsel scheint der VfB Stuttgart, weil Pellegrino Matarazzo anderswo begehrt sein könnte. Doch scheint insgesamt unwahrscheinlich, dass alle genannten Eventualitäten eintreten, also etwa auch Werder UND Hertha ihren Trainer am Saisonende tauschen wollen. Den Bundesliga-Rekord von elf Trainerwechseln zwischen zwei Saisons wird es also nicht ein weiteres Mal geben.

1978 und 2009 sogar elf Wechsel

Nach Angaben des Portals Transfermarkt gab es diese Zahl an Veränderungen zweimal: Am Ende der Saison 1977/78 und am Ende der Saison 2008/09. Dabei liegt vor allem der Vergleich der aktuellen Situation mit dem jüngeren historischen Fall nahe. Denn das Trainer-Karussell im Jahr 2021 macht ja nicht nur wegen der vielen Wechsel, sondern der vielen Wechsel innerhalb der Bundesliga so großen Wirbel. In Marco Rose (von Gladbach zum BVB), Adi Hütter (von Frankfurt nach Gladbach) und Nagelsmann stehen heute schon drei Liga-interne Wechsel fest. Weitere Kandidaten dafür sind laut Medienberichten Glasner (im Gespräch bei Leipzig, Leverkusen und Frankfurt), Edin Terzic (Wolfsburg) und Matarazzo (Leipzig).

Magath, Heynckes, Labbadia und Frontzeck

2008/09 gab es einen ähnlichen Trend. Seinerseits wagte Meistertrainer Felix Magath den Sprung von Wolfsburg zum FC Schalke 04, während Jupp Heynckes nach dem Einspringen als Interimscoach bei Bayern nach Leverkusen wechselte. Dort ersetzte er Bruno Labbadia, der seinerseits den Posten beim Hamburger SV übernahm. Zudem wechselte Michael Frontzeck von Arminia Bielefeld zu Borussia Mönchengladbach, wobei er auf der Alm bereits für das Saisonfinale von Jörg Berger ersetzt worden war. Es zeigt sich also: Auch in der Bundesliga wiederholt sich Geschichte bisweilen. Einen neuen Rekord gibt es aktuell wohl eher nicht. Spektakulär bleibt das Trainer-Karussell allemal. Vor allem, weil diesmal alle Top-Klubs beteiligt sein könnten.

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Lars Pollmann  
28.04.2021