Routinierter Keeper

Grahl: Der Wechsel vom VfB zur Eintracht war "Hopp oder Top"

Jens Grahl bei seiner Vorstellung. Foto: Imago

Mit der Verpflichtung von Jens Grahl, der für eine halbe Millionen Euro vom VfB Stuttgart an den Main gewechselt ist, steht bei Eintracht Frankfurt das Torhüter-Trio für die kommende Saison. Der 32-jährige Grahl stellte sich nun vor und erklärte auch, warum er seine schwäbische "Komfortzone" noch einmal verlassen hat.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Auf den ersten Blick verwunderte der Wechsel von Jens Grahl zu Eintracht Frankfurt durchaus. Der gebürtige Stuttgarter, der zunächst nur in der Jugend für den schwäbischen Traditionsverein auflief und sein Profidebüt für die SpVgg Greuther Fürth feierte, war 2016 endlich auch als Profitorhüter bei seinem Herzensverein angekommen. "Ich war die letzten fünf Jahre in Stuttgart. Das war eine super Zeit. Ich hab auch als Kind beim VfB in der Kurve gestanden. Ich bin da schon sehr verwurzelt, der VfB ist mein Heimatverein", sagte der 32-Jährige bei seiner Vorstellung auf Nachfrage von fussball.news.

"Diesen Schritt zu gehen, hat sich einfach richtig angefühlt"

Doch warum dann der Wechsel nach Frankfurt? "Ich war in Stuttgart zuhause. Vielleicht war es jetzt auch ein Grund zu wechseln, um aus der Komfortzone rauszukommen." Zudem habe Torwarttrainer Jan "Zimbo" Zimmermann den ehemaligen Keeper der TSG Hoffenheim, der bislang insgesamt zwölf Bundesligaspiele absolviert hat, beeindruckt: "Er hat mich total von dem Weg hier überzeugt. Für mich war das so 'Hopp oder Top', nochmal eine Chance woanders hinzugehen. Mit 32 diesen Schritt jetzt nochmal zu gehen, hat sich einfach richtig angefühlt." Zudem hat Grahl bei den Hessen neben seinem Dreijahresvertrag auch einen Anschlussvertrag als Torwarttrainer erhalten und seine Zukunft so mittelfristig gesichert. 

"Im Kopf fühle ich mich ein bisschen wie 20"

Mit seinen 32 Jahren ist Grahl nach Routinier Makoto Hasebe (37) auf Anhieb der zweitälteste Spieler im Eintracht-Kader. "Als älterer Spieler muss man ja ein bisschen vorangehen. Ich fühle mich im Kopf aber immer noch ein bisschen wie 20, obwohl ich natürlich gereift bin. Ich bin für jeden Spaß zu haben und keiner, der rumgrölt und jeden anmeckert", sagte Grahl mit einem herzhaften Lachen. Seinen Anspruch das Team mit seiner Erfahrung auch zu führen, nimmt er dennoch ernst: "Ich bin ein Teamspieler, spreche jedem Mut zu, nehme die jungen Spieler auch mal in den Arm." Grahls Aussicht auf Spielzeit ist gering. Es ist sogar gut möglich, dass er sich hinter Talent Diant Ramaj und Stammkeeper Kevin Trapp ("Ein Weltklassetorhüter") als Nummer drei einordnen muss. Seinen Wert für die Mannschaft könnte er dennoch unter Beweis stellen. 

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Benjamin Heinrich  
28.07.2021