Rot für Friedl

Gräfe erklärt: Werder wieder im Schiri-Pech?

Friedl sah für ein Foul an Gregoritsch Rot. Foto: Getty Images
Friedl sah für ein Foul an Gregoritsch Rot. Foto: Getty Images

Werder Bremen hat alle drei Spiele der englischen Woche verloren. Gegen den FSV Mainz 05 und beim SC Freiburg gab es in der Bundesliga nichts zu holen, im DFB-Pokal schied der Aufsteiger beim SC Paderborn nach Elfmeterschießen aus. Unter der Woche haderten die Hanseaten zurecht mit den Schiedsrichtern, womöglich hatten sie auch am Samstag Pech.

In Paderborn wurde der möglicherweise siegbringende Treffer von Niclas Füllkrug in der Verlängerung nach Intervention des 4. Offiziellen nicht anerkannt. Selbst DFB-Schiri-Chef Lutz-Michael Fröhlich hat eingeräumt, dass "er sich besser nicht gemeldet hätte", um ein vermeintliches Foulspiel anzuzeigen. In Freiburg nun geriet Werder wohl nicht zuletzt deshalb aus dem Tritt, weil Kapitän Marco Friedl für eine Notbremse nach 14 Minuten die Rote Karte sah. Zwar hielt Bremen lange gut dagegen, in Unterzahl fehlten letztlich aber auch die Kräfte, um Freiburg in Schach zu halten.

Beide Spieler suchten Tuchfühlung

Große Beschwerden über den Entscheid von Schiedsrichter Bastian Dankert gab es dabei nicht. Die wären vielleicht aber sogar angebracht gewesen. Jedenfalls hat sich am Sonntagmorgen Manuel Gräfe zu Wort gemeldet. Der ehemalig FIFA-Referee schätzt seit einigen Wochen über einen Twitter-Kanal knifflige Szenen in der Bundesliga ein. Bei ihm wäre die Pfeife wohl stummgeblieben. Denn, so Gräfe, Friedl und Landsmann Michael Gregoritsch zogen und zerrten in der fraglichen Situation gegenseitig, wenngleich der Abwehrmann etwas länger Tuchfühlung suchte. 

 

"Bin ein Freund von laufen lassen"

"Es stellt sich die Frage, ob dieses Halten von Friedl gravierender war als das auch noch zuerst begonnene Halten von Gregoritsch. Wenn beide Spieler arbeiten, bin ich ein Freund von laufen lassen", schreibt Gräfe. Aus seiner Sicht war es also nicht mal unbedingt ein Foul des Bremer Kapitäns. Allerdings sei der Platzverweis unausweichlich gewesen, wenn man es, wie Dankert, anders interpretierte: "Wenn man das Standbild zum Zeitpunkt des Foulspiels anhält, dann ist Gregoritsch in den nächsten ein bis zwei Sekunden zum Torabschluss fähig sowie drei bis vier Meter vor dem nächsten und vorletzten Bremer und es liegt dann eine Notbremse vor."

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Lars Pollmann  
23.10.2022