Schwere Phase

Gosens: "Plötzlich bist du ein Niemand"

Gosens würde gerne wieder zur Nationalmannschaft. Foto: Gabriele Maltinti/Getty Images
Gosens würde gerne wieder zur Nationalmannschaft. Foto: Gabriele Maltinti/Getty Images

Robin Gosens verpasste die Weltmeisterschaft in Katar, weil ihn Bundestrainer Hansi Flick nicht nominierte. Verletzungsbedingt ist er auch bei den kommenden Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft außen vor. Für den Außenbahnspieler von Inter ein erneuter Rückschlag. Doch bei der Europameisterschaft 2024 will er dabei sein.

Zur Weltmeisterschaft in Katar fuhr Robin Gosens nicht mit, da er bei Inter nicht ausreichend Spielzeit erhalten hatte. Zuletzt spielte der 28-Jährige häufiger, doch verletzte sich. Dementsprechend hat ihn Hansi Flick nicht für die anstehenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Peru (25. März, 20.45 Uhr) und Belgien (28. März, 20.45 Uhr) nominiert. Doch bei einem Gespräch habe der Bundestrainer ihm wissen lassen, dass er es zu Kenntnis nehme, "dass ich jetzt endlich regelmäßiger für Inter spiele", so Gosens gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

"Nicht-Teilnahme an der WM war eine riesengroße Enttäuschung"

Für den in Emmerich geborenen Profi wäre es schön, wieder Teil des DFB-Teams zu sein, zumal er die Weltmeisterschaft verpasste. "Die Nicht-Teilnahme an der WM war eine riesengroße Enttäuschung, der sportliche Tiefpunkt meiner Karriere bisher", erklärt er ehrlich. Dies hatte mit seiner Rolle bei Inter zu tun. "Ich war selbst unzufrieden mit mir, weil ich mit dem Anspruch zu Inter gegangen bin, Stammspieler zu sein. Wenn man als Linksverteidiger für knapp 30 Millionen Euro wechselt, ist das ein Batzen Geld. Dann hofft man schon, die Position auch einzunehmen", sagt er.

"Bei der EM will ich unbedingt dabei sein"

Dabei wurde er bei der Europameisterschaft 2021 noch gefeiert, stieg bei Atalanta Bergamo zum Star auf, worauf ihn Inter letztlich verpflichtete. "Meine Karriere ist vorher wie im Märchen verlaufen, es ging immer weiter und immer höher, ich wurde in den Himmel gelobt. Ich war auf einmal bei Atalanta Bergamo der torgefährlichste Linksverteidiger Europas, Stammspieler bei der EM. Dann kam die Verletzung plus Rückfall nach der ersten Reha", konstatiert er. Bei Inter hat er zu Beginn nicht gespielt. "Und plötzlich wirkte alles nur wie ein kurzer Ausflug an die Weltspitze. Plötzlich bist du ein Niemand. Jeder dachte: Gosens? Den gibt's nicht mehr. Das alles innerhalb eines Jahres zu erleben, das war schon heftig." Doch er bleibt kämpferisch und betont: "Ich muss mir meinen Platz wieder erobern, bin in der Verfolgerrolle. Bei der EM will ich unbedingt dabei sein."

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Adrian Kühnel  
21.03.2023