Profi-Direktor Knäbel verlor wichtige Unterlagen im Stadtpark

Gnabry, Jovic, Kante und Co.: Diese Stars hatte der HSV 2015 auf dem Zettel

Der HSV hatte Kante in Frankreich als lohnendes Scouting-Ziel ausgemacht. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images
Der HSV hatte Kante in Frankreich als lohnendes Scouting-Ziel ausgemacht. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images

Zu den skurrilsten Anekdoten der jüngeren Vergangenheit gehört der Fall, als Peter Knäbel wichtige Unterlagen in seinem Rucksack in einem Stadtpark vergaß. Der damalige Profi-Direktor des Hamburger SV führte seinerzeit unter anderem Spielerverträge und eine Scouting-Liste mit sich.

230 Spieler hatten die Späher des HSV im Blick, aufgeteilt nach Positionen. Die Liste liegt der Bild-Zeitung vor. Demnach holten die Rothosen insgesamt neun Profis, die seinerzeit bei den Scouts auf dem Zettel standen. Dabei handelte es sich um Albin Ekdal, Michael Gregoritsch, Martin Harnik, Mergim Mavraj, Gotoku Sakai, Louis Schaub, Sven Schipplock, Emir Spahic und Bobby Wood. Deren Karrieren beim HSV verliefen irgendwo zwischen ansprechend und enttäuschend. Die Scouts der Hanseaten hatten seinerzeit aber auch Spieler im Visier, die heute als absolute Kracher gelten würden.

Weltmeister Kante bei Caen im Visier

Im Tor hatte der Klub etwa Roman Bürki im Visier, der 2015 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund wechselte. Im Mittelfeld interessierte sich der HSV unter anderem für Ngolo Kante. Der heutige Weltmeister war vor fünf Jahren noch kein sonderlich großer Name, wechselte allerdings im August 2015 für immerhin neun Millionen Euro von SM Caen zu Leicester City. Den zweifachen englischen Meister hätte sich der HSV also wohl nicht leisten können. Anders hätte es seinerzeit womöglich bei Serge Gnabry ausgesehen.

Gnabry und Jovic zündeten später

Der heutige Stammspieler des FC Bayern und der Nationalmannschaft war 2015 vom FC Arsenal an West Bromwich Albion ausgeliehen worden, kam dort aber überhaupt nicht zurecht. Erst durch den Wechsel in die Bundesliga nach einem starken Olympia-Turnier kam seine Karriere ins Rollen. Wie sie sich wohl in Hamburg entwickelt hätte? Die gleiche Frage stellt sich bei Luka Jovic, der im Sturm auf dem Zettel stand. Der Serbe war damals noch 17 Jahre alt, spielte in der Heimat bei Roter Stern in Belgrad. Eintracht Frankfurt verkaufte ihn vor der laufenden Saison für 60 Millionen Euro an Real Madrid. Nur ein solcher Deal hätte die Geschicke des HSV in der jüngeren Vergangenheit entscheidend beeinflussen können.

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Lars Pollmann  
14.08.2020