2:3 nach 2:0

Glasners Erklärungsansatz: "Wie das Kaninchen vor der Schlange"

Oliver Glasner suchte nach dem 2:3 gegen Dortmund nach Erklärungen. Foto: Getty Images

In der ersten Halbzeit spielte sich Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund regelrecht in einen Rausch, führte verdient mit 2:0 zur Pause. Doch nach rund einer Stunde kam ein Einbruch und die Hessen verloren das Spiel noch mit 2:3. Trainer Oliver Glasner suchte nach der Partie Erklärungen. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Eintracht Frankfurt musste eine bittere 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund einstecken. Dabei führten die Hessen bis zur 71. Minute mit 2:0, ehe der BVB das Spiel komplett drehte. Trainer Oliver Glasner erklärte das vor allem damit, dass seine Spieler in einen Verwaltungsmodus schalteten. Doch er selbst nahm kurz zuvor Kapitän Sebastian Rode und Angreifer Jesper Lindström vom Feld - zwei Aktivposten. Die zwei Akteure mussten vom Feld, weil die Kräfte schwindeten, doch für den Dänen kam der hoch verunsicherte Sam Lammers, der in seiner aktuellen Verfassung aber nur bedingt in der Lage dazu ist, für Entlastung zu sorgen. 

Glasner kritisiert defensives Denken 

Die Wechsel allerdings ließ Glasner nicht als Ausrede gelten, vielmehr nach der 47-jährige Österreicher auf Nachfrage von fussball.news die komplette Mannschaft in die Pflicht: "Wir haben ab dem Anschlusstreffer von Dortmund auch noch viele Bälle gewonnen, aber nicht mehr die Lösungen nach vorne gesucht, die aber da waren und die wir in der ersten Halbzeit immer wieder gesucht haben." Die Folge: Immer wieder ein "Sicherheitsball" auf Keeper Kevin Trapp, der diesen lang schlagen musste: "Unkontrolliert, bei einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,71 Meter in der Offensive. Das ist selten das richtige Mittel. Der zweite Ball war dann bei Dortmund und der Druck wurde immer größer und größer. Das war das Problem. Wir haben dann auch gute Spieler gebracht. Da war das Kaninchen vor der Schlange. Und heute hat die Schlange zugebissen." 

Krösche sieht Wechsel nicht als Faktor

Für Sportvorstand Markus Krösche war eben dies auch die "Quintessenz" des Spiels: "Wir müssen lernen, dass wir weiterspielen müssen. Dass du bei einem 2:0 zuhause versuchst weiter nach vorne zu spielen. Wir haben zu defensiv gedacht. Da lädst du den Gegner ein. Dann kriegst du immer noch eine Welle, noch eine Welle, noch eine Welle. Dann konnten wir keine Entlastung mehr schaffen. So wurde Dortmund immer stärker." Aber auch er wollte auf Nachfrage von fussball.news nicht den Doppelwechsel vor dem Anschlusstreffer dafür verantwortlich machen: "Das hat nichts mit Qualitätsverlust zu tun. Wir haben als Mannschaft keine Entlastung mehr geschaffen. Das kann man nicht an Einzelnen fest machen. Wir haben versucht zu verwalten." Sein einfaches Credo fürs Phrasenschwein: "Wir verlieren als Mannschaft und wir gewinnen als Mannschaft." 

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Benjamin Heinrich  
09.01.2022