Wieso SGE statt Wolfsburg?

Glasner: "Hier können wir nicht jeden Tag einen anderen Safe aufmachen"

Laut Oliver Glasner benötigt die Transformation von Eintracht Frankfurt Zeit. Foto: Imago.
Laut Oliver Glasner benötigt die Transformation von Eintracht Frankfurt Zeit. Foto: Imago.

Oliver Glasner ist vom VfL Wolfsburg zu Eintracht Frankfurt gewechselt. Den Schritt an den Main begründet der Cheftrainer unter anderem mit den finanziellen Gegebenheiten bei beiden Vereinen.

Zwar investiert der VfL Wolfsburg auf dem Transfermarkt weniger Geld als noch vor ein paar Jahren, als Julian Draxler für 43 Millionen Euro vom FC Schalke 04 und Andre Schürrle für 32 Millionen Euro vom FC Chelsea verpflichtet wurde. Dennoch sind die Niedersachsen aufgrund der Unterstützung von Volkswagen solide aufgestellt. Nach Angaben von transfermarkt.de zahlte der VfL für die diesjährigen Neuzugänge Sebastiaan Bornauw, Luca Waldschmidt, Aster Vranckx, Lukas Nmecha, Maximilian Philipp und Micky van de Ven insgesamt 52,5 Millionen Euro bei gleichzeitigen Einnahmen in Höhe von 2,1 Millionen Euro für Felix Klaus und Josip Brekalo.

Weniger Safes? Kein Problem für Glasner

Eintracht Frankfurt zählt hingegen zu den Vereinen, die in regelmäßigen Abständen ihre Top-Spieler verkaufen, um die im besten Fall hohen Einnahmen - wie für Luka Jovic, der im Sommer 2019 für 60 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, während Sebastien Haller für 50 Millionen Euro an West Ham United verkauft wurde - dazu zu verwenden, den gesamten Kader nachhaltig auf die nächste Stufe zu heben. 

"Das macht es ein bisschen schwieriger, aber auch spannender"

"Hier können wir nicht jeden Tag einen anderen Safe aufmachen", erklärte Oliver Glasner, der den Schritt von Wolfsburg nach Frankfurt gewagt hat, auf Nachfrage von fussball.news. "Wolfsburg hat keinen Spieler verkauft und für 50 Millionen Euro eingekauft. Das kannst du machen, wenn ein Konzern dahinter steht", so Glasner, der betonte, die wirtschaftliche Situation bei der Eintracht bereite ihm keine Sorgen: "Das macht es ein bisschen schwieriger, aber auch spannender. Wenn wir es einfach gewollt hätten, wäre Markus (Markus Krösche, Sportchef, d. Red.) bei Leipzig geblieben und ich in Wolfsburg", so der Chef-Coach.

Krösche: "Müssen uns erst finden"

Der Start in die neue Saison verlief für Glasner und die Seinen holprig. Nach der 2:5-Niederlage bei Borussia Dortmund verpasste die SGE gegen den FC Augsburg (0:0) und Arminia Bielefeld (1:1) jeweils den Sieg, kam nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Verantwortlichen werden trotzdem Ruhe bewahren, wie Sportchef Markus Krösche betonte: "Wir müssen uns erst finden und sehen, wie schnell wir unseren Fußball auf den Platz bringen. Dann ist der Kader in der Lage, in Zukunft um Europa mitzuspielen."

Florian Bajus  
02.09.2021