Eintracht-Trainer

Glasner deutlich: "Ich wechsle nicht, nur um zu wechseln"

Oliver Glasner erklärte seine wenigen Auswechslungen. Foto: Imago

In einer intensiven Europa League-Partie gegen Fenerbahce Istanbul (1:1) wechselte Eintracht Frankfurt nur ein einziges Mal. Trainer Oliver Glasner, der das Spiel gesperrt in einer Loge verbracht hatte, erklärte im Anschluss warum.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Zehn Feldspieler saßen bei Eintracht Frankfurt im Heimspiel in der Europa League gegen Fenerbahce Istanbul auf der Bank. Doch Michael Angerschmid, der den gesperrten Oliver Glasner an der Frankfurter Seitenlinie vertrat, nutzte nur eine einzige Option. In der 72. Minute brachte er Jens Petter Hauge für Rafael Borre. Ein positionsgetreuer Wechsel auf der rechten offensiven Außenbahn. Sonst blieb alles unverändert. In einer teils zerfahrenen Partie durchaus bemerkenswert. "Ich habe mir die ganze Zeit Gedanken gemacht und die Trainer unten auch. Ich wechsle aber nicht, nur um zu wechseln, nur damit ich die fünf Wechsel habe. Wenn ich der Meinung bin, es ist nicht der richtige Impuls, dann lasse ich es auch bleiben", erklärte der 47-jährige Österreicher im Anschluss an die Partie auf Nachfrage von fussball.news.

Offensive quasi unauswechselbar

Glasner erklärte konkret, warum an diesem Abend nur ein Wechsel für das Trainerteam in Frage kam: "Da gibt es immer ein paar Sachen zu berücksichtigen. Wenn es 1:1 steht, ist es klar, dass wir in der Offensive noch einen Reiz setzen wollen." Doch da haben sich laut dem Eintracht-Coach kaum Optionen angeboten. Zum einen, weil Filip Kostic immer für eine gefährliche Aktion gut sei, zum anderen aber auch weil Sturmspitze Lammers in Halbzeit eins getroffen hatte: "Nachdem er am Anfang Probleme hatte, hat er sein erstes Tor erzielt und sein vermeintlich zweites (Anm. d. Red.: Wurde wegen Abseitsstellung von Daichi Kamada zuvor aberkannt). Da hat man immer das Gefühl, der ist heute fällig für einen Siegtreffer." Spielmacher Kamada habe zudem wieder eine "sehr gute Leistung" gezeigt und rechts haben die Trainer ohnehin Hauge für Borre gebracht. Ein Wechsel in der Mittelfeldzentrale habe sich nicht angeboten: "Da waren wir stabil." 

Auch Durm und da Costa spielten durch

Und auch auf den defensiven Außenverteidigerpositionen sahen sich die Frankfurter Trainer nicht zu einem Wechsel genötigt. Auf links durfte Erik Durm den verletzten Christopher Lenz ersetzen. Für ihn kein Problem. "Ich habe 50 Prozent meiner Karriere auf links gespielt. Vielleicht spiele ich das sogar einen Tick lieber", erklärte er auf Nachfrage von fussball.news. Auf rechts durfte Danny da Costa wieder ran, der in den vergangenen drei Spielen zunächst auf der Bank saß. "Danny hat jetzt ein paar Wochen keine Spielpraxis gehabt. Er war sehr engagiert und hat sich nach vorne bemüht. Es war von beiden sicherlich okay", erklärte Glasner. Da Costa war auf Seiten der Eintracht bester Zweikämpfer (78 Prozent gewonnen), Durm sicherte auf der linken Seite Filip Kostic ab: "Das hat er zum Großteil gut gemacht." Im Passspiel zeigten beide Außenverteidiger noch Luft nach oben, für eine Auswechslung reichte das bei Glasner & Co aber nicht. 

Benjamin Heinrich  
17.09.2021