Eintracht-Coach

Glasner: Blanco & Co "schießen uns nicht in die Champions League"

Der spanische Youngster Fabio Blanco im Eintracht-Training. Foto: Imago

Die 1:3-Niederlage im Testspiel war für viele Youngster bei Eintracht Frankfurt eine erste Bewährungsprobe im Profibereich. Trainer Oliver Glasner nutzte im Anschluss die Gelegenheit, um vor zu hohen Erwartungen bei den Talenten zu warnen.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die beiden spanischen Youngster Fabio Blanco (17 Jahre alt) und Enrique Herrero Garcia (16) schauten sich das Testspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Wehen Wiesbaden (1:3) in der ersten Halbzeit gemütlich von zwei Klappstühlen aus an. Die beiden Youngster, die in diesem Sommer verpflichtet wurden, sind noch nicht spielberechtigt für die Eintracht. Die Erteilung einer Spielberechtigung ist über das Tranfserabgleichungssystem (TMS) der FIFA für Minderjährige deutliche komplexer und an einige Hürden gebunden. Die Hoffnung bei den Frankfurter Verantwortlichen ist zumindest groß, dass diese bis zum kommenden Testspiel gegen den SV Sandhausen am 17. Juli (16 Uhr) überwunden sind.

Glasner deutlich: "Kirche im Dorf lassen"

Doch Trainer Oliver Glasner sprach nach dem 1:3 gegen Wehen Wiesbaden ohnehin davon, von Blanco und seinen jungen Kollegen keine Wunderdinge zu erwarten: "Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Sie werden uns nicht in die Champions League schießen. Das erwarten wir aber auch nicht von ihnen." Bei den jungen Talenten, die die Eintracht verpflichtet hat, gelte es auch in Sachen Belastungssteuerung aufzupassen: "Sie werden nicht das volle Programm bei uns mitmachen, weil das einfach zu viel für sie ist. Wir würden die Jungs kaputt machen. Das wollen wir nicht, wir wollen sie heranführen Wir tun ihnen nichts Gutes und auch uns nicht, wenn wir sie die ganze Vorbereitung bei uns mitmachen lassen. Das werden wir nicht tun." Die Heranführung an die erste Mannschaft ginge vielmehr nur "in Kombination mit der U19 und U17." Gut möglich, dass der eine oder andere noch bei den Junioren die nötige Spielpraxis sammelt.

Eintracht auf dem "Dortmunder Weg"?

Die Verpflichtungen diverser Youngster gelten vor allem auch als Investionen in die Zukunft. Viele im Umfeld der Eintracht sprechen gar schon von einem "Dortmunder Weg", den man in Frankfurt nun eingeläutet hat. Junge Talente frühzeitig verpflichten und später im Optimalfall für eine hohe Ablösesumme verkaufen. Möglich wird das Ganze dadurch, dass der ehemalige Chefscout und jetzige Direktor Profifußball Ben Manga unter dem neuen Sportvorstand Markus Krösche und dem neuen Trainer Oliver Glasner noch mehr Gehör findet. Die Transfers der spanischen Talente gehen zum Großteil auf die Kappe Mangas, aber auch Jose Vinas, bei der Eintracht für den spanischen Markt als Scout tätig, mischte mächtig mit. Die Verantwortlichen setzen große Hoffnungen in die spanischen Offensivspieler Blanco, Herrero und auch Nacho Ferri. Erwartungen im Umfeld allerdings sollen noch gebremst werden.

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Benjamin Heinrich  
11.07.2021