Fohlen-Youngsters

Gladbacher Krise: Spielt der Verjüngungsprozess eine Rolle?

Joe Scally (l.) und der im Hintergrund leicht verschwommene Jordan Beyer sind zwei der neuen Gesichter bei Gladbach.
Joe Scally (l.) und der im Hintergrund leicht verschwommene Jordan Beyer sind zwei der neuen Gesichter bei Gladbach. (Foto: Maja Hitij/Getty Images)

„Die Zukunft beginnt jetzt!“ - so lautet der Titel des im November erschienenen „Fohlen Echo“-Magazins. Beschrieben wird dabei der Aufwind vieler junger Spieler, die bei Borussia Mönchengladbach den Schritt in den Profi-Bereich geschafft haben. Doch die fehlende Erfahrung birgt auch Gefahren.

In der vergangenen Saison zählte der Kader von Borussia Mönchengladbach mit zu den ältesten Teams der Bundesliga. Im Durchschnitt erreichte die Mannschaft einen Wert von 26,7 Jahre, nur der FC Bayern München, Union Berlin und Eintracht Frankfurt kamen auf gleiche oder noch höhere Zahlen.

Vier Fohlen-Youngsters erobern die Bundesliga

Im Sommer wurde bei den Fohlen dann ein Verjüngungsprozess eingeleitet, zuvor hatte Sportdirektor Max Eberl die eigene Nachwuchsarbeit in den Vordergrund gestellt. Teenies wie Joe Scally (18) und Luca Netz (18) sowie die Youngsters Manu Kone (20) und Jordan Beyer (21) spielen seither eine große Rolle. In Sachen Altersdurchschnitt findet sich die Borussia heutzutage im Tabellenmittelfeld wieder.

18-Jähriger Scally als Dauerbrenner

Doch genau dieser „Umbruch“ könnte auch ein Problem darstellen. Die vier genannten Sprösslinge sind alle weitestgehend in der Defensive involviert. Neben all der jugendlichen Euphorie mangelt es eben noch an Erfahrung. Scally ist der Überflieger in dieser Saison, stand bisher in allen 17 Pflichtbegegnungen in der Startelf. Ihm wurden aber zum Beispiel schon gegen Leverkusens Moussa Diaby die Grenzen aufgezeigt, auch gegen Freiburgs Kevin Schade verlor er zuletzt vor dem Treffer zum 0:2 ein wichtiges Kopfballduell.

Kone bekommt Vorzug vor Kramer und Neuhaus

Kone bewältigte seine Aufgabe im defensiven Mittelfeld meist mit Bravour, doch auch hier fehlt manchmal noch die richtige Orientierung. Dinge, die der Franzose im Gegensatz zum erfahreneren aber zeitweise verletzten Christoph Kramer erst noch lernen muss. Allein an diesen beiden Youngsters ist die aktuelle Krise der Gladbacher natürlich nicht festzumachen, dennoch selbst man in der Ursachensuche für die sportliche Krise der Gladbacher den Verjüngungsprozess und seine damit einhergehenden Reibungsverluste nicht außer Acht lassen.

Tom Jacob  
13.12.2021