Möglicher RB-Wechsel

Gladbacher Fanprojekt erhebt schwere Vorwürfe gegen Eberl

Max Eberl wird voraussichtlich bei RB Leipzig in den Profifußball zurückkehren. Foto: Getty Images.
Max Eberl wird voraussichtlich bei RB Leipzig in den Profifußball zurückkehren. Foto: Getty Images.

Der wahrscheinliche Wechsel von Max Eberl zu RB Leipzig stößt im Umfeld von Borussia Mönchengladbach auf Unverständnis. Das Fanprojekt Mönchengladbach (FPMG) hat in einem offenen Brief scharfe Kritik am ehemaligen Sportdirektor geäußert und schwere Vorwürfe erhoben.

Bereits seit Monaten bemüht sich RB Leipzig um Max Eberl, das ist spätestens seit Sonntag kein Geheimnis mehr. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff berichtete bei Bild TV von einer Absage, die sich der Klub nach dem DFB-Pokalsieg im Mai eingehandelt habe - dennoch seien die Bemühungen nicht eingestellt und Eberl letztlich von einem Engagement überzeugt worden. 

Leipzig-Wechsel "hat uns nicht sonderlich überrascht"

Im Januar verkündete Eberl unter Tränen seinen Rücktritt bei Borussia Mönchengladbach aus mentalen Gründen. Dass seine Rückkehr in den Profifußball in Leipzig erfolgen soll, kommt für den Vorstand des Fanprojekts Mönchengladbach nicht überraschend - die Kritik in dem am Dienstag veröffentlichten Brief fiel deshalb aber nicht geringer aus. "Damals konnte es so wirklich keiner von uns glauben - wie oft hast Du uns jahrelang intern erzählt, wie wettbewerbsverzerrend dieses Konstrukt vorgeht und wie sehr wir alle dagegen zusammenhalten müssen. Das Gerücht war ja so heiß, dass Du es sogar in Deiner PK im Januar aufgegriffen und vehement bestritten hattest. Heute wissen wir nicht nur, dass es eben keine Gerüchte und deine Aussagen gelogen waren, sondern auch, dass dein Wechselwunsch zu diesem Konstrukt schon vor deinem öffentlichen Abgang feststand", kritisierte das Fanprojekt Eberl.

Reunion mit Rose sorgt für Kritik

Das bevorstehende Wiedersehen von Eberl und Marco Rose, der mit seinem im Frühjahr 2021 verkündeten Wechsel von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund große Enttäuschung bei den Fohlen-Fans ausgelöst hat und seit vergangener Woche bei RB an der Seitenlinie steht, verärgert das Fanprojekt umso mehr: "Hattest Du uns gegenüber im Frühjahr 2021 nicht immer geäußert, wie sehr Dich seine Entscheidung auch menschlich enttäuscht hat? Hattest Du nicht immer betont, dass Du nur für Borussia an ihm festhältst, aber nicht, weil Du noch weiter mit ihm zusammenarbeiten möchtest?", heißt es in dem offenen Brief. "Du wirst sagen: So ist das Geschäft. Das Geschäft also, das Dich im Januar dazu bewogen hat zu erklären, dass es Dich kaputt macht?"

"Schauspiel"-Vorwurf nach Rücktritt

Eberls emotionalen Abschied bezeichnet das Fanprojekt indes als "Schauspiel", nachdem der Ex-Sportdirektor während der Pressekonferenz im Januar Spekulationen über einen Wechsel nach Leipzig zurückgewiesen hatte und erläuterte, derartige Gerüchte seien "genau das, was mich krank macht". Das FPMG glaube "einfach nicht mehr, dass Du uns gegenüber am Ende Deiner Amtszeit bei Borussia aufrecht und ehrlich gegenüber aufgetreten bist." Eine Reaktion des 48-Jährigen ist bislang ausgeblieben, auf eine entsprechende Anfrage der Rheinischen Post habe er nicht geantwortet, wie die Regionalzeitung berichtet hat. 

Florian Bajus  
13.09.2022