Top-Scorer vor Absprung

Darum bietet Hofmanns mutmaßlicher Abgang eine Chance für Gladbach

Jonas Hofmann soll vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen stehen. Foto: Getty Images.
Jonas Hofmann soll vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen stehen. Foto: Getty Images.

Der kolportierte Wechsel von Jonas Hofmann ist ein Schock für Borussia Mönchengladbach. Allerdings besteht nun endgültig die Chance, mit der Vergangenheit abzuschließen und der Mannschaft ein neues Gesicht zu verleihen.

In Marcus Thuram hat Borussia Mönchengladbach bereits den Top-Torschützen der vergangenen Saison verloren, aller Voraussicht nach werden die Fohlen auch den Abgang ihres Top-Scorers kompensieren müssen. Jonas Hofmann, der in der Bundesliga zwölf Tore und elf Vorlagen lieferte, steht laut eines Berichts des kicker vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen. Möglich sei dieser Schritt mittels einer Ausstiegsklausel, welche Hofmann bei der Vertragsverlängerung vor einem Jahr zugesichert worden sei und sich auf zehn Millionen Euro belaufe.

Nächster Leistungsträger vor dem Absprung

Aus finanzieller Sicht ist die Entwicklung des Kaders ein Schlag für Borussia. Thuram ging ebenso wie Ramy Bensebaini ablösefrei, auch für Lars Stindl sah der Bundesligist keinen Cent. Macht Hofmann nun von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch, stehen zehn Millionen Euro für vier Stammspieler auf der Habenseite. Aus sportlicher Perspektive ergibt sich jedoch die Chance, den lange angekündigten Umbruch tatsächlich zu vollziehen.

Voraussichtlich nur noch Plea an Bord

Mit Alassane Plea wird, sollte Hofmanns Abgang fix werden, nur noch ein Spieler der bisherigen Generation in der Offensive zur Verfügung stehen. Zum Franzosen gesellen sich Youngster Nathan Ngoumou, Neuzugang Robin Hack, Routinier Patrick Herrmann und der bislang glücklose Hannes Wolf. Nachholbedarf besteht in jedem Fall, neben einem Ersatz für Hofmann - Franck Honorat von Stade Brest gilt laut kicker als Transferziel - braucht es einen neuen Zehner und (abhängig davon, wie viel Grant-Leon Ranos zugetraut wird) mindestens einen neuen Stürmer. Viele Baustellen, wenig Geld, doch umso mehr ist jetzt das Handeln auf anderen Positionen gefragt.

Was wird aus Neuhaus, Elvedi und Itakura?

Nico Elvedi und Florian Neuhaus haben trotz der Aufforderung von Sportchef Roland Virkus noch keine Entscheidung über ihre Zukunft getroffen. Diese wird nun umso wichtiger: Bleiben sie am Niederrhein und werden Stützen des Umbruchs, die der Klub bei Hofmanns Abgang gut gebrauchen kann? Oder werden sie verkauft, um weitere ablösefreie Transfers zu verhindern? In letzterem Fall könnten die Einnahmen möglicherweise in Fabian Rieder von den BSC Young Boys investiert werden, wenngleich es auch einen neuen Innenverteidiger benötigen würde - womöglich sogar zwei, da Ko Itakura bei der SSC Neapel auf dem Zettel stehen soll. Somit könnte Marvin Friedrich unter Gerardo Seoane eine Schlüsselrolle einnehmen, Neuzugang Fabio Chiarodia behutsam gefördert werden und mit mindestens einem weiteren Verteidiger konkurrieren.

Das Warten auf Kone

Am wichtigsten erscheint jedoch ein Transfer von Manu Kone, der als wertvollstes Tafelsilber der Borussia gilt und einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag einbringen soll. Ein unmittelbarer Abnehmer ist nicht in Sicht, doch einen Verbleib kann sich der Tabellenzehnte der abgelaufenen Saison aufgrund der vielen Baustellen nicht leisten. Zwar schaffen die Abgänge Platz auf der Gehaltsliste, inwieweit die freien Mittel in frisches Transferbudget umgemünzt werden, bleibt jedoch abzuwarten. Fest steht jedenfalls, dass die Zeit drängt - und Entscheidungen über weitere Verkäufe umso dringender getroffen werden sollten. Wenn sich nachhaltig etwas verändern soll, besteht in diesem Sommer womöglich die letzte Chance. Damit verbunden wird der Verein einen Schritt zurückgehen, doch nach zwei durchwachsenen Spielzeiten wirkt diese Entwicklung unvermeidlich.

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Florian Bajus  
05.07.2023