Abschied von Borussia

Ginter: „Es wäre nicht so gekommen, wenn Rose geblieben wäre“

Matthias Ginter und Borussia Mönchengladbach gehen ab Sommer getrennte Wege. Foto: Getty Images.
Matthias Ginter und Borussia Mönchengladbach gehen ab Sommer getrennte Wege. Foto: Getty Images.

Matthias Ginter verkündete im Winter seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach. Die Entscheidung fiel bereits im Herbst, ausschlaggebend war laut dem Innenverteidiger ein Telefonat während der Europameisterschaft.

Seit seiner Verpflichtung im Sommer 2017 ist Matthias Ginter zu einem Führungsspieler von Borussia Mönchengladbach gereift, darüber hinaus hat sich der Abwehrspieler bei der deutschen Nationalmannschaft etabliert. Nach dieser Saison wird Ginter allerdings zu seinem Jugendverein SC Freiburg zurückkehren. Der Vertrag in Mönchengladbach läuft aus, eine Verlängerung wurde trotz monatelanger Gerüchte nicht realisiert. Im Podcast „MitGeredet“ skizzierte Ginter den Ablauf der Gespräche mit der Borussia. Der Klub sei im Februar 2021 mit dem Wunsch einer Vertragsverlängerung auf ihn und seinen Berater zugekommen, die Botschaft: „Sie wollen auf jeden Fall verlängern und mit so einer Führungsfigur planen.“ Ein Schritt, zu dem er bereit gewesen sei, betonte Ginter: „Ich habe gedacht: ‚Wie geil ist das denn, auf jeden Fall!‘“

Gladbach strebte Verkauf im Sommer an

Jedoch habe er sich bereits zu diesem Zeitpunkt Gedanken gemacht, da Gladbach im Januar und Februar die Transfers von Manu Kone und Hannes Wolf vermeldete. Zudem verkündete der damalige Cheftrainer Marco Rose seinen Abschied nach Saisonende und wurde durch Adi Hütter ersetzt, für den der Klub – abzüglich der Ausstiegsklausel für Rose – etwa 2,5 Millionen Euro Ablöse zahlte. „Zu mir hieß es immer: ‚Wir müssen schauen, wie das Geld aussieht‘, was ich natürlich auch verstehen kann. Ich habe öfters gesagt, ich bin nicht hier, um für Geld zu spielen. Dann ist aber nichts passiert im März, April, Mai“, sagte Ginter und ergänzte: „Ich war dann bei der EM in München, mein Berater hat mich angerufen und gesagt: ‚Die Ideallösung für den Verein wäre, dich jetzt zu verkaufen.‘“

Entscheidung wegen Hütter?

Nach diesem Telefonat sei „etwas kaputtgegangen“, sagte Ginter, der über die Beweggründe bis heute rätselt: „Es gibt meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten: Man hat grob 25 Millionen Euro ausgegeben und versucht, das mit einem Transfer wieder reinzuholen, oder der Trainerwechsel kam und der neue Trainer sagte: ‚Den brauche ich nicht.‘ Ich weiß es wirklich nicht.“ Letzteres habe womöglich den größeren Einfluss: „Ich bin der Überzeugung, dass es nicht so gekommen wäre, wenn Marco Rose geblieben wäre.“

Plötzliches Angebot

Im Herbst sei die Borussia plötzlich doch mit einem Vertragsangebot auf ihn zugekommen – die Entscheidung für einen Wechsel sei da allerdings schon gefallen: „Mein Berater hat zuerst gedacht, ob das ein Scherz ist. Es wurden irgendwelche Summen kolportiert: Vier Millionen Euro, ich hätte zu viel gefordert. Aber ich habe schon damals zu meinem Berater gesagt: ‚Selbst, wenn es drei, vier, fünf, sechs Millionen Euro sind, das Ding ist durch.‘ Es war für mich sehr enttäuschend, wie es im Sommer abgelaufen ist."

Florian Bajus  
10.05.2022