Im Jahr 2008

Gerland: So dicht stand Thomas Müller vor einem Wechsel nach Hoffenheim

Vor seinem Durchbruch beim FC Bayern stand Thomas Müller (Vordergrund) vor einem Wechsel nach Hoffenheim. Foto: Getty Images.
Vor seinem Durchbruch beim FC Bayern stand Thomas Müller (Vordergrund) vor einem Wechsel nach Hoffenheim. Foto: Getty Images.

Statt beim FC Bayern den Durchbruch zu schaffen, stand Thomas Müller einst vor einem Wechsel zur TSG Hoffenheim. Obwohl der heutige Weltmeister laut Hermann Gerland zwischen Genie und Wahnsinn schwankte, setzte sich der Ex-Nachwuchsleiter des Rekordmeisters vehement für einen Verbleib ein.

Thomas Müller ist ein Urgestein des FC Bayern. Seit dem Jahr 2000 spielt der offensive Mittelfeldspieler für den Rekordmeister, in der Saison 2008/09 feierte er unter Jürgen Klinsmann sein Debüt und avancierte ein Jahr später unter Louis van Gaal zum Stammspieler und Leistungsträger. Heute ist Müller zehnfacher Deutscher Meister, sechsfacher DFB-Pokal-Sieger, zweifacher Champions-League-Sieger und Weltmeister. Allerdings hätte seine Karriere beinahe einen anderen Lauf genommen.

Hoffenheim wollte Müller

Wie Ralf Rangnick im April 2020 berichtete, bemühte sich die TSG Hoffenheim im Jahr 2008 um eine Verpflichtung des damaligen Bayern-Talents: "Wir waren uns 2008 mit Thomas Müller und seinem Berater Ludwig Kögl einig und wollten ihn damals unbedingt ausleihen", sagte Rangnick, damals Cheftrainer in Hoffenheim, bei Sport1. Für drei Millionen Euro hätte Müller sogar fest in den Kraichgau wechseln können, so Rangnick - doch dann habe Hermann Gerland sein Veto eingelegt.

Gerland: "Da habe ich einen Streit gehabt"

Gerland, der viele Jahre für den Bayern-Nachwuchs verantwortlich war und vor seinem Wechsel zum DFB als Co-Trainer von Hansi Flick in München fungierte, bestätigte seine Bemühungen im Podcast "Der Sechzehner": "Ich habe mich natürlich für Thomas Müller eingesetzt, weil er ja schon weg war. Er war ja schon in Hoffenheim, da habe ich gesagt: ‚Der bleibt hier.‘ Da habe ich einen Streit gehabt." 

"Er hatte Spiele, da war eine Aktion Bezirksklasse und dann Weltklasse"

Trotz der Überzeugung in Müllers Qualitäten sei dessen Karriereverlauf nicht vorhersehbar gewesen, sagte Gerland: "Thomas schoss immer Tore und war laufstark. Aber er hatte Spiele, da war eine Aktion Bezirksklasse und dann Weltklasse. Früher waren die Bezirksklasse-Aktionen häufiger als die Weltklasse-Aktionen." Heute dürfte das Verhältnis genau umgekehrt sein. 

Florian Bajus  
20.10.2021