Karriereende mit 29

"Geilste Leben überhaupt?" Schürrle widerspricht seinen Kumpels

Schürrles Vertrag beim BVB wurde kürzlich aufgelöst.
Schürrles Vertrag beim BVB wurde kürzlich aufgelöst. Foto: Getty Images

Mit 29 Jahren beendete Andre Schürrle in diesem Sommer überraschend seine Karriere. Der Weltmeister wollte dem Druck, der im Profifußball herrscht, den Rücken kehren. Die Beweggründe hierfür verdeutlichte er nochmals.

Weltmeister, Premier-League- und DFB-Pokal-Sieger: Die Vita von Andre Schürrle klingt nach einer erfolgreichen Profikarriere - ist sie auch. Doch im Alter von erst 29, ein untypisches Alter für ein Karriereende, ist für den ehemaligen Offensivspieler bereits Schluss. Im Gespräch mit TV-Moderator Joko Winterscheidt gab der 57-fache Nationalspieler erneut den großen Druck im Fußballgeschäft als Hauptgrund für sein kürzlich gefällten Entschluss an.

"Haufen Kohle, man hat dieses Auto und dieses Haus"

"Ich glaube, dass es vielen so geht, die auf einem sehr hohen Level spielen", erzählte Schürrle, der sich bereits vor etlichen Jahren nicht mehr wohl in der Branche fühlte. Für den Ex-Bundesliga-Profi war es eigenen Aussagen nach schwierig, über seine Probleme zu sprechen: "Es ist die Frage, erzähle ich es meinen Kumpels, die sowieso denken, man hat das geilste Leben überhaupt, man ist Fußballprofi, man verdient einen Haufen Kohle, man hat dieses Auto und dieses Haus?"

Laut dem Ex-Angreifer, zuletzt bei Spartak Moskau auf dem Platz, würde man das zumindest denken, "wenn man von außen drauf schaut". Er selbst sei überzeugt: "Da stößt man auf wenig Verständnis. Wenn ich mit meinen Jungs gequatscht habe, dass es relativ schwierig ist und ich mich nicht gut fühle, dann haben die gesagt, was willst denn du eigentlich, weil die ein ganz anderes Leben führen."

Schürrle fand offenes Ohr bei Götze

Ein offenes Ohr fand Schürrle derweil bei seinem Teamkollegen Mario Götze: "Ich hatte mit Mario extrem viel Kontakt. Er hat auch eine sehr schwierige Zeit mitgemacht und wir konnten uns da gegenseitig ein bisschen auffangen. Manchmal hat man sich auch noch tiefer gezogen, weil man dann in einer Negativspirale ist, dann ist es ja das einfachste, negativ zu bleiben. Es war gut, jemanden zu haben, der das versteht, der da drinnen ist und das Business auch kennt. Da haben wir sehr sehr viele und lange Gespräche gehabt."

Schürrles Vertrag in Dortmund wurde in diesem Sommer vorzeitig aufgelöst, der von Götze nicht verlängert. Wie es um die Zukunft seines Weltmeisterkollegen steht, ist noch offen. Für den 28-Jährigen soll es allerdings definitiv weitergehen.

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Adrian Kuehnel  
17.09.2020