Schon vier Partien vom Wochenende scheinen klar

Gefährlicher Trend: Bundesliga vor zahlreichen Geisterspielen

Geisterspiele dürften wieder vermehrt zur Norm werden. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
Geisterspiele dürften wieder vermehrt zur Norm werden. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die Corona-Pandemie steht vor einer zweiten großen Welle. Diese Befürchtung formulieren Wissenschaftler und Politiker in diesen Tagen durchaus offen. Einschränkungen im privaten Leben sollen die Aufrechterhaltung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens ermöglichen. Die Bundesliga dürfte die Entwicklung mit Sorge betrachten.

An den ersten Spieltagen der neuen Saison brachte die Rückkehr einiger Tausend Fans an den meisten Standorten ein gewisses Gefühl der Normalität mit sich. Natürlich war es noch nicht wie früher, blieben riesige Fanblöcke verwaist und kam nicht die Stimmung auf, die die Bundesliga auch im internationalen Vergleich so einzigartig macht. Aber es war besser als die weitgehend trostlosen Veranstaltungen nach dem Restart, bei denen jeder Kommentar auf und neben dem Platz über die Außenmikrofone bestens zu vernehmen war.

Schon vier Geisterspiele stehen ziemlich fest

Das bedrohliche Infektionsgeschehen in der Bundesrepublik wird aber an den Drehkreuzen der Bundesliga-Stadien nicht Halt machen. Mit Blick auf den Bundesliga-Spieltag am Wochenende steht schon jetzt mehr oder minder fest, dass wenigstens vier Geisterspiele auf dem Plan sind. Der magische Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der sieben Tage vor einem Spiel in einem Landkreis wird in Berlin, Gelsenkirchen, Köln und Mainz vor den Spielen am Samstag und Sonntag nicht zu erzielen sein. An diesen vier Standorten liegt er knapp unter oder über 60, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts zum Stichtag des heutigen Dienstags hervorgeht. 

Kein Ausnahme-Spieltag

Die Partien von Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart, des FC Schalke 04 gegen Union Berlin, 1.FC Köln gegen Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 gegen Bayer Leverkusen werden demnach ohne Zuschauer stattfinden müssen. An den fünf übrigen Bundesliga-Standorten des Wochenendes liegt der Inzidenzwert aktuell zwischen etwa 26 (Mönchengladbach) und 30 (Bielefeld). Nicht auszuschließen also, dass es noch zu weiteren Geisterspielen kommen wird. Es handelt sich dabei auch nicht etwa um einen Ausnahme-Spieltag. Die Spitzenreiter in Sachen Inzidenzwert spielen in der vierten Runde nämlich vornehmlich auswärts. In Bremen, Dortmund, Frankfurt, Leverkusen, München und Stuttgart ist in naher Zukunft ebenfalls mit Geisterspielen zu rechnen. Nur in Leipzig und Wolfsburg sind die Zahlen stabil so niedrig, dass auch dauerhaft die Rückkehr von Fans gewährleistet scheint. Die Rufe nach einer einheitlichen Regelung dürften daher an Fahrt aufnehmen, je mehr Geisterspiele sich abzeichnen.

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Lars Pollmann  
13.10.2020