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Schon länger heikles Thema

"Für die Profis einfach besser": Schneider wirbt für Wohnsitz in Schalke-Nähe

Schneider wirbt für das "total unterschätzte" Gelsenkirchen. Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images
Schneider wirbt für das "total unterschätzte" Gelsenkirchen. Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Wenige Profivereine propagieren so häufig ihre Verbundenheit zur Heimat wie der FC Schalke 04. Der Kumpel-Klub aus Gelsenkirchen stolperte zuletzt wiederholt über Nähe oder Distanz zu den Einwohnern der Stadt. Zu denen sollen nach Ansicht von Jochen Schneider auch die Spieler gehören.

Es ist ein altes Streitthema für viele Fans auf Schalke: Die Profis, die die Arbeiterstadt Gelsenkirchen möglichst in die Welt hinaus repräsentieren sollen, sind sich selbst 'zu fein' für das Ruhrgebiet. Häufig wohnen sie in Düsseldorf und Umgebung. Horst Heldt ließ einst in Verträge schreiben, dass die Spieler näher an Schalke wohnen müssen, Christian Heidel ließ diese Zügel wieder fallen. Schneider nun greift sie in Verhandlungen wieder auf. "Für die Profs ist es einfach besser, wenn man am Tag nicht schon eine Stunde im Auto sitzen muss, um zum Training zu kommen", so der Sportvorstand gegenüber Sport Bild. 

"Unsere Stadt wird total unterschätzt"

Der Forderung kommen dem Magazin zufolge mehrere Profis bereits nach. Stars wie einst Raul oder Naldo, denen wohl schwer vorzuschreiben gewesen wäre, wo sie mit ihren Familien wohnen sollen, sind aktuell ohnehin nicht im Budget. "Immer mehr Spieler von uns wohnen in Gelsenkirchen und Umgebung", bestätigt Schneider. "Und ich finde, dass unsere Stadt total unterschätzt wird." Diese Ansicht dürften die Auswärtsfans einiger Bundesligisten recht kurios finden, dennoch ist sie nachvollziehbar. Mehr Identifikation mit dem Klub und seinen Wurzeln schadet dem S04-Team jedenfalls sicher nicht.

Mascarell und die "Pflicht, greifbar zu sein"

Mit Omar Mascarell hat auch der Spielführer von Schalke die Vorgabe von Schneider umgesetzt. Zunächst lebte der Spanier in Düsseldorf. "Nach einiger Zeit habe ich verstanden, wie wichtig die räumliche Nähe ist. Gerade als Führungsspieler und Kapitän sehe ich es als meine Pflicht, greifbar zu sein." Der 27-Jährige will bei einem Anruf eines Teamkollegen oder Vorgesetzten binnen zehn Minuten auf der Matte stehen.

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Lars Pollmann  
29.07.2020