Ex-Nationalspieler

Frings über Ausbootung von Müller&Co: "Richtige Entscheidung, hartnäckig zu bleiben!"

Torsten Frings bezieht Stellung zum Umbruch in der deutschen Nationalmannschaft. Foto: Getty Images

78 Länderspiele absolvierte Torsten Frings einst für die deutsche Nationalmannschaft, einige davon auch noch unter dem aktuellen Bundestrainer Joachim Löw. Vom derzeitigen Weg des Nationalcoaches samt Umbruch ist der Coach des SV Meppen absolut überzeugt.

Aus der DFB-Zentrale in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Kaum eine Debatte beschäftigt Deutschland in Sachen Fußball so sehr, wie die um den Umbruch der Nationalmannschaft und der damit verbundenen Ausbootung arrivierter Spieler. Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels spielten mit ihren Teams Bayern München und Borussia Dortmund eine starke Saison, die Rufe nach einer Rückkehr in die DFB-Elf wurden zuletzt immer lauter. "Wenn man einen Umbruch verfolgt, ist es die richtige Entscheidung, hartnäckig zu bleiben und den Jungs das Vertrauen auszusprechen", sagte Ex-Nationalspieler Torsten Frings auf Nachfrage von fussball.news auf der Pressekonferenz zum Beginn der 3. Liga in Frankfurt. Unter Bundestrainer Joachim Löw wurde Frings 2008 EM-Vize, gemeinsam mit Co-Trainer Löw 2006 in Deutschland WM-Dritter. Zudem spielte der ehemalige Mittelfeldspieler 402-mal in der Bundesliga, unter anderem auch für Bayern München und Borussia Dortmund.

Frings: Müller&Co sind "Spitzenspieler"

Den Umbruch mit jungen Spielern befürwortet der 43-Jährige, der mittlerweile als Trainer des SV Meppen in der 3. Liga angeheuert hat, absolut: "Jogi hat sich dazu entschieden, einen kompletten Umbruch zu machen. Auch mit dem Wissen, dass diese Spieler noch nicht so alt sind, dass man sagen kann, die sind weg vom Fenster. Sondern sie spielen in der Bundeliga und sind auch Spitzenspieler." Mit Blick auf die Entwicklung von Müller, Boateng und Hummels ist deren Verzicht in der DFB-Elf sportlich zwar umstritten, doch letztendlich auch eine Frage der Philosophie. Denn die jungen Spieler benötigen laut Frings nun das bedingungslose Vertrauen: "Nur so können sie wachsen." Auch ohne die Routiniers.

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Benjamin Heinrich  
15.09.2020