2. Bundesliga

Roundup: Kiel ärgert Darmstadt, FCK siegt in Rostock

Darmstadt kam gegen Kiel zeitweise ins Straucheln. Foto: Getty Images
Darmstadt kam gegen Kiel zeitweise ins Straucheln. Foto: Getty Images

In den Freitagsspielen des 13. Spieltags der 2. Bundesliga hat Tabellenführer SV Darmstadt gegen Holstein Kiel nach Rückstand ein Remis erzielt (1:1). Im Parallelspiel kassierte Hansa Rostock gegen den 1.FC Kaiserslautern eine Heimniederlage (0:2).

Am Böllenfalltor wollten die Lilien den Schwung der letzten Tage mitnehmen: Am vergangenen Spieltag hatte Darmstadt die Tabellenspitze übernommen, unter der Woche setzte sich das Team im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach durch. Aber auch Kiel hatte Schwung im Gepäck, die Störche holten zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen. Tatsächlich machte der Gast von der Ostsee in der ersten Halbzeit den deutlich besseren Eindruck als der SVD, der womöglich durch die englische Woche etwas müde war. Phasenweise war es ein Spiel auf ein Tor, in dem Marcel Schuhen den Einschlag zunächst noch verhindern konnte. Lewis Holtby (7.), Kwasi Wriedt (16.) und Steven Skrzybski (26.) ließen die verdiente Führung aus. Als Skrzybski dann doch traf, fand das Tor zunächst keine Anerkennung.

Erst nach Videostudium war klar, dass der Angreifer bei einem tiefen Ball auf gleicher Höhe mit seinem Bewacher stand. Den ließ der zurzeit in Top-Form agierende Kieler bei einem Sprint alt aussehen, an dessen Ende Skrzybski wuchtig über Schuhens Kopf hinweg in die Maschen schoss (35.). Kurz zuvor hatte Darmstadt in Person von Phillip Tietz erstmals offensive Ambitionen angemeldet, er scheiterte in der Szene mit einem Kopfball ebenso wie direkt nach dem Gegentreffer knapp (34. und 39.). Ein Unentschieden zum Halbzeitpfiff hätte den Hausherren aber durchaus geschmeichelt, so überlegen war Kiel im ersten Durchgang.

Darmstadt kam anschließend mit viel mehr Angriffslust aus der Kabine und entfachte gleich mehr Druck auf die Störche. Ein Kopfball aufs Tordach von Patric Pfeiffer hätte Thomas Dähne im Tor beinahe überrascht, zuvor hatte Marvin Schulz einen Abschluss von Emir Karic abgeblockt (46. und 51.). Auch in der Folge ließen die Hausherren den Fuß auf dem Gaspedal, wobei es bisweilen am finalen Zuspiel mangelte und so zunächst keine Großchancen herauskamen; auch ein Kopfball von Braydon Manu zeigte die Überlegenheit der Lilien nach dem Seitenwechsel, ohne dass er Dähne ernstlich in die Bredouille gebracht hätte (62.). Anschließend konnte sich Kiel etwas befreien, dies wurde aber zum Bumerang: Darmstadt erwischte den Gast nach einem eigenen Standard weit aufgerückt und konterte überfallartig. Das Abspiel von Manu schien eigentlich zu ungenau, Dähne verschätzte sich aber und ließ es passieren. So konnte Matthias Bader am langen Pfosten aus spitzem Winkel zum inzwischen längst verdienten Ausgleich einschieben (72.).

Die Lilien hatten damit Blut geleckt und drängten auf ein zweites Tor. Die erste gute Gelegenheit machte Dähne mit einer einhändigen Parade gegen Frank Ronstadt zunichte (79.). In der absoluten Schlussphase verteidigten die Gäste mit Mann und Maus, machten so den Strafraum dicht. Der SVD erhöhte immer mehr das Risiko, zeitweise wirkte es, als laufe die Heimmannschaft immer noch einem Rückstand hinterher. Eine letzte Großchance vergab Tobias Kempe nach starker Vorarbeit von Bader unter großem Gegnerdruck (90.).

Gemessen an den beiden so unterschiedlichen Halbzeiten ging das Remis wohl in Ordnung. Der SV Darmstadt läuft so Gefahr, die Tabellenführung am Samstag einzubüßen. Holstein Kiel gehört als sechster weiter zum erweiterten Kreis der Verfolger.

Lautern schlägt Rostock dank Boyd-Doppelpack

Das Duell zweier Traditionsklubs fand für Hansa Rostock gegen den 1.FC Kaiserslautern unter widrigen Bedingungen statt. Wegen insgesamt zehn Ausfällen durch Sperren und Verletzungen ging eine Art Not-Elf ins Rennen, bei der im Vergleich zur Vorwoche sechs neue Profis in der Startformation standen. Die ließ sich zunächst aber die mangelnde Eingespieltheit überhaupt nicht anmerken, denn die Gastgeber legten los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Lautern hätte sich nicht sonderlich beschweren können, hätte es nach wenigen Minuten bereits gescheppert. Allerdings ließ Rostock die Drangperiode trotz guter Chancen von Nils Fröling und Haris Duljevic ungenutzt (3. und 4.). Die Pfälzer fanden offensiv zunächst nicht statt, waren erst nach etwa einer halben Stunde ebenbürtig. Dann musste auch Markus Kolke im Hansa-Tor mal eingreifen, zeigte gegen Kenny Prince Redondo eine Doppel-Parade (31.). 

Es blieb die letzte nennenswerte Abschlussaktion einer insgesamt schwachen ersten Halbzeit. Unmittelbar nach Wiederanpfiff verzeichnete Kai Pröger die bis dato beste Chance der Begegnung, nach hohem Ballgewinn versuchte er es aus der Distanz und ließ den Ball hauchzart neben den Kasten zischen (46.). Die Szene läutete allerdings kein fußballerisches Feuerwerk ein, stattdessen boten beide Teams weiter eher Magerkost. Ein dennoch besonderes Schmankerl hielt nach schon über eine Stunde Weltmeister Erik Durm bereit: Nach Seitenwechsel von Jean Zimmer nahm der Außenverteidiger die Kugel mit vollem Risiko direkt, Kolke rettete per Glanzparade (62.). Nur wenige Minuten später wurde aus dem Keeper der tragische Held, als er einen eigentlich harmlosen Kopfball von Terrence Boyd nach Freistoßflanke von Philipp Klement durch die Finger gleiten ließ: Das 1:0 für Kaiserslautern gehörte so der Kategorie 'Glückstreffer' an (67.).

Rostock fehlten in der Folge die Mittel, um gegen den Rückstand anzulaufen. Die Roten Teufel setzten auf einen defensiven Block und gelegentliche Konter. Einen solchen nutzte Boyd zur Entscheidung: Nach Befreiungsschlag von Marlon Ritter lief der Stürmer Rick van Drongelen davon und behielt vor Kolke die Ruhe, schloss souverän zum 2:0 für die Gäste und seinen Doppelpack ab (82.). In der Folge waren die Gäste einem dritten Tor deutlich näher als die Heimmannschaft einem Anschlusstreffer.

Der 1.FC Kaiserslautern feiert so letztlich verdientermaßen den ersten Sieg seit genau zwei Monaten und springt in der Tabelle auf Rang sieben. Hansa Rostock muss sich als 13. eher nach hinten orientieren.

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Lars Pollmann  
21.10.2022