Borussia Mönchengladbach

Die Fohlen im Tempo-Check: Gladbachs Offensive hinter der Liga-Spitze

Hannes Wolf (Vordergrund) ist Gladbachs schnellster Angreifer. Foto: Imago.
Hannes Wolf (Vordergrund) ist Gladbachs schnellster Angreifer. Foto: Imago.

Adi Hütter beklagte jüngst fehlende Durchschlagskraft und mangelnde Tempowechsel in der Offensive von Borussia Mönchengladbach. In der Tat können die Fohlen nicht mit den Top-Sprintern der Bundesliga mithalten.

Bereits seit einigen Jahren wird die Endgeschwindigkeit der Bundesligaspieler in Kilometern pro Stunde gemessen. Die zahlreichen Daten, die weit über den Top-Speed hinaus wöchentlich von den 18 Mannschaften gesammelt werden, bieten bei richtiger Interpretation die Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Stärken und Schwächen des jeweiligen Teams zu ziehen. 

Komplizierte Vorbereitung

Warum Borussia Mönchengladbach die Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte, hat unterschiedliche Gründe. Am schwerwiegendsten ist vermutlich die komplizierte Vorbereitung. Zahlreiche Spieler des Mannschaftskerns waren bei der EURO, zudem musste der neue Cheftrainer Adi Hütter personelle Rückschläge in Form von Verletzungen verkraften. Hinzu kommen allein die vier Verletzungen aus dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen, mit Stefan Lainer (Knöchelbruch) und Marcus Thuram (Innenbandriss im Knie) fallen zwei Leistungsträger sogar langfristig aus.

Hütter: "Mir fehlt Durchschlagskraft und Tempowechsel"

Ohne die beiden, sagte Hütter jüngst in der Rheinischen Post, "fehlt mir noch die Durchschlagskraft nach vorne. Im letzten Drittel brauchen wir mehr Tempo- und Rhythmuswechsel, mehr Durchsetzungsvermögen". Zumindest in puncto Tempo weist die Borussia tatsächlich ein kleines Defizit auf, wenn man den ligaweiten Vergleich der Endgeschwindigkeiten der Spieler betrachtet. 

Fohlen-Offensive gehört nicht zur Spitze

So war Bryan Lasme von Arminia Bielefeld mit 36,08 km/h der bisher schnellste Spieler in dieser Saison. Dahinter folgen Erling Haaland (Borussia Dortmund, 35,94 km/h), Ruben Vargas (FC Augsburg, 35,46 km/h), Jeremie Frimpong (Bayer Leverkusen, 35,32 km/h) und Alphonso Davies (35,21 km/h). Der schnellste Gladbacher Offensivakteur ist derweil Hannes Wolf, der mit einer Endgeschwindigkeit von 32,39 km/h den 114. Platz belegt. Jonas Hofmann (32,17 km/h) folgt auf Platz 123, dahinter sind Patrick Herrmann (151., 31,86 km/h), Keanan Bennetts (196., 31,08 km/h) und Lars Stindl (206., 30,92 km/h) zu finden*.

Nicht alles hängt vom Speed ab

Diese Werte haben grundsätzlich erst einmal wenig Aussagekraft, da die Fohlen nach Angaben von fbref in bisher jedem Bundesligaspiel einen expected-Goals-Wert von mindestens 2,0 erreicht und sich somit genügend Chancen von hoher Qualität erspielt haben, um in der Theorie zwei oder mehr Tore zu erzielen. Aber mit der von Hütter angesprochenen Durchschlagskraft und etwas mehr Tempo könnte es der Mannschaft gelingen, das aggressive Pressing noch konsequenter durchzuziehen und nach Ballgewinnen noch schneller umzuschalten, wodurch noch gefährlichere Torchancen herausgespielt werden könnten. 

 

* Angaben via Bild-Zeitung

Florian Bajus  
06.09.2021