Von Union zu Wolfsburg

Fischer zu Kruse: "Das darf man ein bisschen nachvollziehen"

Kruse muss sich viel Kritik gefallen lassen. Foto: Getty Images
Kruse muss sich viel Kritik gefallen lassen. Foto: Getty Images

Der wohl spektakulärste Winter-Wechsel in der Bundesliga hat viele Diskussionen ausgelöst: Dass Max Kruse Union Berlin für den VfL Wolfsburg verlässt, macht ihn für viele Fans und Kommentatoren zum Sinnbild eines Fußball-Söldners. Zugute halten muss man dem Angreifer dabei wohl, dass er ehrlich mit den Motiven umgeht.

Der Verweis auf den hochdotierten Vertrag kommt nicht von ungefähr: Es ist keine Liebesheirat, die Kruse und Wolfsburg eingehen, sondern eine im Idealfall beidseitig beglückende Zweckgemeinschaft. Und die Eisernen können wohl auch damit leben, noch ordentlich Ablöse kassiert zu haben, obwohl der Stammspieler im Sommer ohne Vertrag gewesen wäre. Urs Fischer ordnet die gesamte Angelegenheit am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz so sehr pragmatisch ein.

"Dinge, die ich nicht mehr beeinflussen kann"

"Man spielt nicht bis 40, das Alter ist begrenzt. Er hat nochmal ein tolles Angebot bekommen. Das darf man dann auch ein bisschen nachvollziehen", so der Schweizer. Überrascht sei er trotzdem gewesen, sagt der Chefcoach von Union Berlin. Aber, da hält es Fischer wie einst Dragoslav Stepanovic, jetzt geht es halt weiter. "Was soll ich mich aufhalten mit Dingen, die ich nicht mehr beeinflussen kann?", fragt der Übungsleiter rhetorisch.

"Er war ein Unterschiedsspieler"

Dass der Verlust von Kruse eine tiefe Lücke hinterlässt, liegt auf der Hand. "Er war ein Führungsspieler, eine Persönlichkeit und auch ein Unterschiedsspieler. Aber er ist jetzt nicht mehr da", so Fischer. Statt des Kampfs um die neuerliche Teilnahme am Europapokal geht es für Kruse jetzt erstmal gegen den Abstieg. Bei Union gilt Sven Michel nicht als eins-zu-eins-Ersatz, wohl aber als sinnvolle Verpflichtung, um Teile dessen wettzumachen, was mit Kruse verloren geht. "Wir bekommen einen Spieler, der weiß, wo das Tor steht", sagt Fischer. 

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Lars Pollmann  
03.02.2022