Trotz Financial Fairplay

Finanz-Experte erklärt: Warum sich ManCity Messi leisten kann

Messi hat genug von Barca. Foto: RAFAEL MARCHANTE/POOL/AFP via Getty Images
Messi hat genug von Barca. Foto: RAFAEL MARCHANTE/POOL/AFP via Getty Images

Seit einer Woche hält Lionel Messi die Fußballwelt in Atem. Der Superstar will den FC Barcelona ablösefrei verlassen, die Katalanen wollen ihn halten. Ein realistisches Szenario scheint ein Verkauf für eine neunstellige Ablöse an Manchester City. Doch wie können sich die Citizens das überhaupt leisten?

Es mutet seltsam an, dass der entthronte englische Meister gerade erst vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS einer Champions-League-Sperre entging, um kurze Zeit später einen der teuersten Deals in der Geschichte des Fußballs fest zu zurren. Allerdings ging es bei der deutlich abgemilderten Sanktion um Verstöße aus den Jahren 2012 bis 2016. Zuletzt ließ sich ManCity in Sachen Financial Fairplay nach offizieller Handhabe nichts zuschulden kommen.

"Können die Handbremse lösen"

"Für die Periode von 2016 bis 2019 hat City einen FFP-Profit von ungefähr 120 Millionen Euro gemacht, wobei sie Verluste von 30 Millionen Euro hätten machen dürfen", erklärt Finanz-Experte Kieran Maguire gegenüber The Athletic. "Sie haben reichlich Spielraum." Im fraglichen Zeitraum habe ManCity recht konservativ budgetiert, weil man während der Untersuchungen über frühere Verstöße mit einer harten Strafe rechnen musste. "Sie können jetzt etwas die Handbremse lösen, was die Verpflichtung von Spielern angeht", sagt Maguire.

UEFA lockert FFP in der Coronakrise

Dabei hilft auch, dass die UEFA in der Coronakrise den Klubs beim FFP entgegengekommen ist. Die Profite und Verluste der Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 werden zusammen berechnet. ManCity hätte somit nötigenfalls ein Jahr Zeit, den Schlag ins Kontor, den der Deal mit Barca verursachen würde, aufzufangen. Möglich wäre dies durch den Verkauf eines eigenen Top-Spielers, aber auch durch eine Reihe kleinerer Transfers. Zudem verweist Maguire auf das große Einnahmepotenzial, das Messi mit sich bringt. Durch höhere TV-Gelder und Sponsoring-Summen finanzierte sich ein solcher Mega-Deal zumindest anteilig selbst.

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Lars Pollmann  
01.09.2020