Werder-Boss spricht offen über Verluste

Filbry: Corona-Krise kostet Werder bis zu 40 Millionen Euro

Aufgrund der Corona-Krise schreibt Werder Bremen in dieser Saison rote Zahlen. Foto: Imago
Aufgrund der Corona-Krise schreibt Werder Bremen in dieser Saison rote Zahlen. Foto: Imago

Ohne Zuschauer in den Stadien verlieren Fußballklubs eine wichtige Einnahmequelle. Laut Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen, verzeichnet der SV Werder seit dem Frühjahr 2020 ein Defizit im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Als die Corona-Pandemie den sportlichen Wettbewerb vor einem Jahr lahmgelegt hat, galten Werder Bremen und der FC Schalke 04 als diejenigen Bundesligisten, die am härtesten von den finanziellen Auswirkungen des ausgesetzten Spielbetriebs und der späteren Geisterspiele getroffen würden. Wie Klaus Filbry im Gespräch mit dem Portal DeichStube erklärte, wird Werder zwar die Bundesliga-Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten, die Verluste seien dennoch enorm: "Vor allem durch die Geisterspiele fehlen uns saisonübergreifend 35 bis 40 Millionen Euro."

Werder Bremen erwägt Mittelstandsanleihen

Die Kosten für die laufende Saison seien mit einem im Dezember abgeschlossenen Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro gedeckt worden, auch eine Finanzierung der Saison 2021/22 über externe Gelder schließt Filbry nicht aus: "Um eine gewisse Beinfreiheit für diese Unwägbarkeiten in der nächsten Saison zu haben, beschäftigen wir uns mit einer Mittelstandsanleihe", so der Werder-Boss, der betonte, dass die aufgenommenen Schulden in den kommenden Jahren konsequent abgebaut werden sollen: "Wir müssen klug und erfolgreich wirtschaften. Wir müssen ein rigides Kostenmanagement umsetzen und uns auf die wichtigen Themen fokussieren." 

Keine Panikverkäufe auf dem Transfermarkt

Wichtig dafür sei "eine gute Kader-Management-Politik", Panikverkäufe von Spielern schließt der 54-Jährige aber aus: "Das wird ein schwieriger Transfersommer, weil dem System einfach sehr viel Geld entzogen worden ist. Große Spielerverkäufe wird es deshalb nur sehr begrenzt geben." Die Verantwortlichen spielen daher auf Zeit: "Wir haben drei Transferperioden: den Sommer, den Winter und die Phase nach der nächsten Saison. Wir möchten verkaufen, aber es wird keine Panikverkäufe geben", so Filbry.

Florian Bajus  
27.03.2021

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