Was er über Krösche denkt

Fernandes: Deshalb ist eine Rückkehr zur Eintracht gescheitert

Gelson Fernandes wird vorerst nicht zur Eintracht zurückkehren. Foto: Getty Images

Monatelang wurde darüber spekuliert, ob Gelson Fernandes als Funktionär sein Comeback bei Eintracht Frankfurt feiert. Nun herrscht Klarheit: Der Schweizer kehrt ein Jahr nach seinem Karriereende vorerst nicht zurück an den Main und ist nun Vizepräsident bei seinem Heimatverein FC Sion. Im Gespräch mit fussball.news erklärt Fernandes die Hintergründe seiner Entscheidung.

Von der Eintracht berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich 

Eintracht Frankfurt durchlebt in diesem Sommer einen großen Umbruch auf Führungsebene. Mit dem neuen Sportvorstand Markus Krösche und dem neuen Trainer Oliver Glasner hat die Eintracht bereits aufhorchen lassen. Da auch Sportdirektor Bruno Hübner seine Funktionärskarriere beendet hat, war eine Rückkehr von Gelson Fernandes Thema. Der ehemalige Mittelfeldspieler der Eintracht (2017 bis 2020) beendete im vergangenen Sommer seine Profikarriere, wäre als Sprachentalent - er beherrscht sieben Sprachen - und studierter Sportmanager durchaus geeignet gewesen, um als Bindeglied zwischen Führung und Mannschaft zu fungieren. 

"Wir haben uns ausgetauscht"

Doch die Rückkehr zur Eintracht ist (vorerst) geplatzt. Der 34-Jährige heuerte zuletzt als Vizepräsident im heimischen Wallis beim FC Sion an. Es ist der Klub, bei dem Fernandes 1991 erstmals seine Fußballschuhe schnürte und später auch sein Profidebüt feierte. Im Gespräch mit fussball.news bestätigt Fernandes nun Gespräche mit der Eintracht, erklärte aber auch, warum eine Rückkehr zu den Hessen als Funktionär nicht zustande kam: "Ich kann jetzt ganz ehrlich sagen: Wir haben uns ausgetauscht. Am Ende muss es aber auch Sinn machen für den Verein. Finanziell war die letzte Zeit für den Klub nicht einfach. Jetzt gibt es zudem einen Neustart auf sportlicher Ebene und Ben Manga hat es verdient, diese Position auszufüllen, aufgrund dessen, was er in den letzten Jahren für die Eintracht geleistet hat."

Fernandes schwärmt von Krösche

Der ehemalige Chefscout und Kaderplaner Ben Manga wurde im Rahmen der Umstrukturierung zum Direktor Profifußball befördert. Eine Rolle, die sich auch Fernandes hätte vorstellen können und die dem Amt des Sportdirektors inhaltlich nahekommt. Als reiner Teammanager sieht sich Fernandes nicht, als Sportvorstand allerdings auch noch nicht. Folglich gab es in der aktuellen Konstellation bei der Eintracht keine Funktion für Fernandes, die für alle Beteiligten Sinn gemacht hätte. Dass der hessische Traditionsverein mit der Verpflichtung von Markus Krösche einen Volltreffer gelandet hat, davon ist Fernandes überzeugt: "Markus Krösche ist ein junger, dynamischer Sportvorstand. Der Aufsichtsrat mit Philip Holzer, der Vorstand rund um Axel Hellmann – sie haben einen Topjob geleistet." Obwohl die Eintracht die Qualifikation zur Champions League im Endspurt verpasst hat, sieht Fernandes die Zukunft für die Eintracht positiv. "Durch die Unruhen am Ende hat das Team es leider nicht geschafft, sich den Traum von der Champions League zu erfüllen. Jetzt aber gibt es einen Neuanfang mit Oliver Glasner und Markus Krösche. Ich bin sicher, die Eintracht wird eine gute Saison spielen."

Amt in Sion "genau richtig für mich"

Fernandes selbst ist nun auf seine neue Aufgabe beim FC Sion fokussiert. Der Schweizer kann nun als Vizepräsident seine ersten Schritte als Funktionär gehen. Eine bewusste Entscheidung, wie er gegenüber fussball.news betont: "Die Aufgabe ist nun genau das Richtige für mich. Ich bin erst 34 Jahre alt, kann beim FC Sion Erfahrung sammeln und gleichzeitig viel bewegen. Ich darf eine Philosophie für und mit dem Klub entwickeln. Ich habe zwar Druck, weil es mein Heimatklub ist, aber ich bin nicht auf der großen Bühne der Top 5-Ligen. Ich erwarte viel von mir und werde alles geben." Eine Rückkehr zur Eintracht als Funktionär ist allerdings für die Zukunft nicht ausgeschlossen. "Wenn sie Unterstützung brauchen, werde ich da sein", verspricht Fernandes.

"Werde als Fan zurückkommen"

Eine Rückkehr nach Frankfurt wird es in der kommenden Saison für Fernandes übrigens in jedem Fall geben, der offizielle Abschied vor den Eintracht-Fans steht schließlich noch aus. "Ich wünsche mir, dass das ganze Haus wieder voll ist im Deutsche Bank Park. Ich vermisse die Fans und diese Stimmung. Ich werde als Fan zurückkommen", sagt Fernandes. Die Eintracht hat beim 67-fachen Schweizer Nationalspieler nicht nur durch den Pokalsieg 2018 Spuren hinterlassen. "Die Eintracht", sagt Fernandes mit fast schon zittriger Stimme, "bleibt für immer in meinem Herzen. Die SGE ist mein Herzensklub in Deutschland. Wir werden immer in Verbindung bleiben."

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Benjamin Heinrich  
29.06.2021