Gladbach lässt sich Zeit

Kommt Favre? Virkus: "Sind in Gesprächen mit mehreren Kandidaten"

Roland Virkus hält Ausschau nach einem neuen Gladbach-Coach. Foto: Getty Images.
Roland Virkus hält Ausschau nach einem neuen Gladbach-Coach. Foto: Getty Images.

Borussia Mönchengladbach und Adi Hütter sind nach nur einer Saison getrennte Wege gegangen. Laut Sportdirektor Roland Virkus waren die Ansätze des Vereins und des Trainers zu unterschiedlich. Wer auf den Österreicher folgen wird, ist laut Virkus offen.

Ursprünglich hatte Borussia Mönchengladbach die Saison 2021/22 mit Marco Rose geplant, der Cheftrainer machte allerdings von einer Ausstiegsklausel über fünf Millionen Euro Gebrauch und wechselte zu Borussia Dortmund. Als Reaktion auf den bevorstehenden Abgang sicherten sich die Fohlen die Dienste von Adi Hütter, der seinerseits Eintracht Frankfurt für 7,5 Millionen Euro verlassen durfte. Doch so, wie Rose nach nur einem Jahr seinen Hut in Dortmund nehmen musste, war auch das Engagement von Hütter in Mönchengladbach auf eine Saison beschränkt. Nach dem 5:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim am 34. Spieltag verkündete der 52-Jährige die einvernehmliche Trennung.

Virkus: "Es hat einfach nicht gepasst"

Gemäß der Rheinischen Post äußerte sich Sportdirektor Roland Virkus auf der Mitgliederversammlung am Montag zum Trainerwechsel: "Wir haben uns seit dem Stuttgart-Spiel sehr offen mit Adi Hütter zusammengesetzt. Adi Hütter ist ein guter Trainer, ein Ehrenmann. Aber es hat einfach nicht gepasst." Am Tag vor der Partie gegen Hoffenheim sei die Trennung beschlossen worden, "wir haben gesagt, dass unsere Ansätze nicht mehr zusammenpassen", betonte Virkus.

Zahlreiche Kritikpunkte

Die einzige Saison unter Hütter wurde von einem Zwischenhoch im Spätsommer respektive Herbst 2021 (Siege über Bayern im DFB-Pokal (5:0) und Dortmund in der Bundesliga (1:0)), einer Talfahrt von November bis März (9 Punkte aus 13 Bundesligaspielen) und einem ergebnistechnisch ordentlichen Endspurt (18 Punkte aus 9 Spielen) geprägt. In seiner Analyse kritisierte Virkus in Stichworten auf einer Videowand "fehlende defensive Stabilität", "fehlende Spielkontrolle (Ballbesitz & Ballsicherheit)" und eine häufige "Diskrepanz zwischen 1./2.Halbzeit". Auch kritisierte der Sportdirektor die Laufleistung der Fohlen-Elf: "Die Zahlen belegen das. Wir müssen physisch wieder besser werden." 

Neuer Trainer steht noch nicht fest

Der Verein müsse sich nun "auf den Borussia-Weg zurückbesinnen", was mit "Ballbesitz, Spielintelligenz, Stabilität und Aktivität" einhergehe, betonte Virkus. Mit welchem Trainer dieser Weg eingeschlagen wird, stehe allerdings noch nicht fest: "Da wir in den letzten zwei Jahren keine guten Entscheidungen getroffen haben, was den Trainer angeht, ist es jetzt immens wichtig und für die Zukunft des Vereins unabdingbar, dass wir gemeinsam als Klub dort gute Entscheidungen treffen. Wir sind in Gesprächen mit mehreren Trainerkandidaten mit dem Ziel, endlich den passenden Trainer für Borussia zu finden. Sie können sich sicher sein, dass wir das forcieren und schnellstmöglich erledigen werden."

Update: Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung erklärte Virkus, dass Lucien Favre nicht zur Borussia zurückkehren wird. Der Schweizer, der bereits von 2011 bis 2015 im Borussia-Park auf der Trainerbank saß, galt in den vergangenen Wochen als Favorit auf die Hütter-Nachfolge. "Lucien Favre hat uns gesagt, dass er nicht mehr in Deutschland arbeiten möchte. Wir haben alles getan in den letzten beiden Wochen. Aber ich muss ganz klar sagen: Ich glaube nicht, dass er in den nächsten beiden Jahren Trainer bei Borussia Mönchengladbach wird", sagte Virkus.

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Florian Bajus  
30.05.2022