Kritik am FC Bayern

"Fatale Entwicklung": Effenberg kritisiert Costa-Leihe scharf

Stefan Effenberg kann der Ausleihe von Douglas Costa nichts Positives abgewinnen.
Stefan Effenberg kann der Ausleihe von Douglas Costa nichts Positives abgewinnen. Foto: Imago Images

Am Finaltag des diesjährigen Sommer-Transfermarkts gab der FC Bayern gleich vier Neuverpflichtungen bekannt – eine davon war Douglas Costa. Der frühere Bayern-Star Stefan Effenberg kann sich mit dieser Rückholaktion unter keinen Umständen arrangieren. In diesem Zusammenhang erinnert er unter anderem an die markanten Worte, die Uli Hoeneß einst an den Brasilianer gerichtet hatte.

Der FC Bayern überraschte am Montag, dem letzten Tag der diesjährigen Sommer-Transferperiode, als er die Ausleihe von Douglas Costa bekanntgab. Für Stefan Effenberg ist die Rückkehr des Südamerikaners eine Farce. Im Zuge des Transfers würden ihm die Worte fehlen, schreibt der Champions-League-Sieger von 2001 in seiner t-online-Kolumne, der an die vom damaligen Vereinspräsidenten Uli Hoeneß gewählten Worte erinnert.

"Oder ist das Bayern egal?"

"Costa hat nicht funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht gefallen hat", hatte Hoeneß im August 2017 im Gespräch mit der Frankenpost gewettert. "Nun holt Bayern ihn zurück. Ist er nun plötzlich kein charakterlich schwieriger Söldner mehr? Oder ist das Bayern egal?", fragt sich Effenberg, der hinterher schiebt, dass er den Wechsel überhaupt nicht nachvollziehen könne. Costa hat mit den Bayern ein einjähriges Leihgeschäft ausgehandelt, das ohne Gebühr fixiert wurde, aber auch ohne Kaufoption.

Laut Effenberg hat die Rückkehr Folgen

Effenberg befindet, dass die Costa-Rückkehr an die Säbener Straße Folgen haben werde. Überdies zweifelt er die Substanz der Hoeneß-Aussagen an und spannt den Bogen ins Münchner Fanlager: "Und auch der Fußball insgesamt verliert dadurch ein großes Stück seiner Glaubwürdigkeit. Welcher Fan soll das verstehen? Da spielt es auch keine Rolle, dass Hoeneß vor drei Jahren noch Präsident war und heute nicht mehr im Amt ist." Die Worte, die der Bayern-Patriarch gewählt hatte, seien die schlimmsten, die einen Fußballer treffen können, wenn dieser einen Verein verlasse, meint Effenberg, der das aktuelle Vorkommnis mit den ebenfalls von Hoeneß geäußerten Worten im Fall Juan Bernat vergleicht.

Anstand und Respekt gehen verloren

Hoeneß, das stellt Effenberg außerdem klar, hatte in beiden Fällen für den Verein gesprochen. Effenbergs Urteil: "Das macht man nicht!" Es sei eine Frage von Anstand und Respekt, beide Werte scheinen im Weltfußball aber verlorengegangen zu sein, meint der frühere Bayern-Star: "Noch schlimmer ist nur, diese Worte dann irgendwann zur Seite zu legen, sich offenbar nicht daran zu erinnern und diesen Spieler erneut zu verpflichten. Hoeneß verliert damit seine Glaubwürdigkeit und sein Gewicht – und der Fußball insgesamt gleich mit. Das ist wirklich eine fatale Entwicklung."

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Andre Oechsner  
06.10.2020