Politik äußert Bedenken

Fans frühestens im November zurück in den Stadien?

Geisterspiele bleiben womöglich erstmal an der Tagesordnung. Foto: Friedemann Vogel/Pool via Getty Images
Geisterspiele bleiben womöglich erstmal an der Tagesordnung. Foto: Friedemann Vogel/Pool via Getty Images

Die 36 Vereine der DFL haben vergangene Woche ein Konzept verabschiedet, das die teilweise Rückkehr von Zuschauern in die Stadien der Bundesliga regeln soll. Allerdings stehen sämtliche Pläne unter Vorbehalt. Die Entscheidung liegt bei der Politik und lokalen Behörden. Die Signale dürften die Liga wenig erfreuen.

"Gesundheitspolitisch befürworten wir zurzeit zumindest bis zum 31. Oktober die Öffnung der Stadien nicht. Danach kann man noch mal aufgrund der Lage miteinander diskutieren", zitiert die WAZ Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci aus Berlin. Die SPD-Politikerin ist Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die ein gewichtiges Wort redet. Das DFL-Konzept beinhalte zwar gute Ansätze und zeige guten Willen, biete aber auch Angriffsflächen. Die An- und Abfahrten von Fans seien ungeregelt, zudem seien lokale Gesundheitsämter zu sehr in der Verantwortung.

Spahn stellt Prioritäten klar

Die entsprechenden Behörden befinden sich in der Pandemie aber schon ohne den Profifußball der Bundesliga am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, wenn nicht darüber hinaus. Zumal an vielen Standorten in Deutschland noch immer steigende Infektionszahlen, etwa infolge der Sommerferien, zu verzeichnen sind. Passend dazu ließ auch Gesundheitsminister Jens Spahn keinen Zweifel an den derzeitigen Prioritäten. "Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", so der CDU-Mann bei Twitter.

Integrität des Wettbewerbs steht auf dem Spiel

Das DFL-Konzept sei auf dem Papier gut, entscheidend sei aber die Praxis. Für eine generelle Öffnung für Fans gibt es also vorerst keine politischen Mehrheiten. So bliebe es im Ermessen der lokalen Behörden, ob Vereine mit Zuschauern rechnen dürfen oder nicht. Für die Integrität des Wettbewerbs wäre dies das deutlich größere Problem. Schwer vorstellbar, dass ein Bundesligist mehrere Tausend Fans begrüßen und Tickets an sie verkaufen darf, während seine sportlichen Konkurrenten in die Röhre schauen.

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Lars Pollmann  
11.08.2020