FC Bayern durfte Champions-League-Spiel austragen

Fall Gnabry: Basketballer Doreth fordert "mehr Gleichberechtigung"

Gnabry gab einen 'falsch positiven' Test ab. Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images
Gnabry gab einen 'falsch positiven' Test ab. Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

In der Corona-Pandemie sind die Verantwortlichen der DFL und ihrer Mitgliedsvereine stets darauf bedacht, ja nicht den Eindruck von Extrawürsten für den Profifußball zu erwecken. Klar ist allerdings, dass der Volkssport Fußball unter den Einäugigen in der Krise König bleibt. Dies zeigt der Vergleich zwischen dem FC Bayern und den Basketballern von Medi Bayreuth.

Das Korbjäger-Team um Bastian Doreth musste nach behördlicher Anordnung in Folge zweier positiver Tests geschlossen in Quarantäne. Der Fußball-Rekordmeister hingegen spielte am Tag nach einer positiven Testung von Serge Gnabry in der Champions League gegen Atletico Madrid, nur der Nationalspieler musste sich isolieren. "Hätten in diesem Fall dieselben Maßstäbe gegolten wie bei uns, dann hätte man die Partie verschieben müssen, um erst mal Klarheit zu schaffen", so Doreth gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

"Hat mich gewundert"

"Es hat mich gewundert, dass das Amt in München entschied: alle außer Gnabry konnten spielen. Da wünsche ich mir mehr Gleichberechtigung", so der Point Guard. Beim Angreifer des FC Bayern stellte sich später heraus, dass er wohl einen 'falsch positiven' Test abgelegt hatte. Bei der Entscheidung der Behörden war dies aber noch nicht bekannt. In München durfte also das Champions-League-Spiel stattfinden, wohingegen 200 Kilometer weiter nördlich in Bayreuth Doreth und Co. für zwei Wochen aus dem Verkehr waren.

"Wir brauchen sportartenübergreifend Regelungen"

"Wir brauchen sportartenübergreifend, vielleicht sogar länderübergreifend Regelungen. Über die Verbände wäre das machbar", sagt der gebürtige Nürnberger deshalb. Der große Unterschied zwischen Basketball und Fußball liege in den Testkapazitäten, die kaum vergleichbar seien. Grundsätzlich fordert Doreth für den Spitzensport keine Sonderregeln ein. "Wenn in einem Unternehmen jemand positiv getestet wird, legt man auch nicht gleich die ganze Firma lahm", sagt er jedoch.

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Lars Pollmann  
29.10.2020