Verpflichtung im Kasten scheiterte

Fährmann notgedrungen neue, alte Nr.1 auf Schalke

Zurück auf Schalke und im Tor: Ralf Fährmann. Foto: Christof Koepsel/Getty Images
Zurück auf Schalke und im Tor: Ralf Fährmann. Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Die wirtschaftlichen Nöte des FC Schalke 04 sind inzwischen hinlänglich bekannt. Rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten schob der Klub schon vor der Coronakrise vor sich her. Jochen Schneider muss bei den Königsblauen deshalb mit einem Sparkurs hantieren. Ein Effekt: Ralf Fährmann wird notgedrungen wieder zur Nr.1.

Dies hat Trainer David Wagner dem Routinier laut eines Berichts von Sport Bild kürzlich in einem Einzelgespräch zu verstehen gegeben. Der frühere Kapitän dürfte dabei allerdings wohl kaum den ganz großen Rückhalt der Verantwortlichen spüren. Immerhin ließ der S04 den 31-Jährigen in der Vorsaison leihweise erst zu Norwich City, dann zu SK Brann nach Norwegen ziehen. Zudem warb der Klub zuletzt so offensichtlich um Alexander Schwolow von SC Freiburg, dass der Deal über Wochen sonnenklar schien. Nur um zu scheitern, weil das Geld fehlte.

Vertrag verlängerte sich, als Fährmann seinen Posten verlor

Dies ist ein gutes Stichwort für die Causa Fährmann. Der Chemnitzer wäre als Ersatzkeeper für Schalke aktuell wohl deutlich zu teuer. Zehn Millionen Euro kassiert er laut des Magazins bis zum Vertragsende im Jahr 2023. Unterschrieben hatte er seine letzte Verlängerung bis 2022, eine automatische Option griff in der Saison 2018/19 nach 17 Einsätzen. Das war übrigens die Spielzeit, in der Alexander Nübel Fährmann den Rang als Nr.1 ablief. Es ist nicht die einzige Vertragssituation, die Schneider geerbt hat und die ihm nun die Hände hinter den Rücken bindet.

Rudy kostet noch acht Millionen Euro Ablöse

Ähnlich verhält es sich bei Sebastian Rudy. Für den Nationalspieler überweist Schalke insgesamt 16 Millionen Euro Ablöse an den FC Bayern, die auf vier Jahre gleichmäßig verteilt sein sollen. Heißt: zwei Raten zu je vier Millionen Euro stehen noch aus. Den Königsblauen bleibt also wenig anderes übrig, als den Mittelfeldmann wieder einzubauen. Auf dem Corona-Transfermarkt sind derartige Ablösen für Spieler wie Rudy aktuell nicht realistisch. Bei Nabil Bentaleb besteht eher Hoffnung auf eine ordentliche Abstandszahlung seitens Newcastle United. Die Engländer spielen aber wohl auf Zeit um den Preis zu drücken. Schalke muss bis zum Verkauf des freigestellten Algeriers dessen Monatsgehalt von angeblich 400 000 Euro tragen. 

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Lars Pollmann  
19.08.2020