Dortmunds Verkaufspolitik

Exportschlager BVB-Stars: Die Marke von 100 Millionen Euro bleibt auf Jahre gesichert

Erling Haaland und Jude Bellingham (r.) werden voraussichtlich Top-Verkäufe des BVB sein.
Erling Haaland und Jude Bellingham (r.) werden voraussichtlich Top-Verkäufe des BVB sein. Foto: Getty

Auf diesem Terrain macht ihnen in Deutschland kein Konkurrent so schnell etwas nach: Borussia Dortmund nimmt pro Saison auf dem Transfermarkt über 100 Millionen Euro ein - und das wird voraussichtlich auch die nächsten Jahre der Fall sein.

Borussia Dortmund zählt zu den elf umsatzstärksten Fußballklubs der Welt. Eine wichtige Säule dabei sind die erzielten Transfereinnahmen.

Seit der Saison 2016/17 nimmt der BVB pro Saison über 100 Millionen Euro für den Verkauf seiner Stars ein - abgesehen von den Auswirkungen der Coronapandemie im Sommer 2020. Als Rückblick:

2016/17 ließ Borussia Dortmund unter anderem die Stars Mats Hummels (FC Bayern), Henrikh Mkhitaryan (Manchester United) und Ilkay Gündogan (Manchester City) ziehen, für die es insgesamt etwas mehr als 100 Millionen Euro an Ablösen gab.

2017/18 ragte dann Bundesliga-Rekordtransfer Ousmane Dembele heraus, der für 140 Millionen Euro zum FC Barcelona ging. Es folgten noch über 60 Millionen Euro für Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang (Arsenal).

Auch 2018/19 wurde die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt, angeführt vom Transfer von Christian Pulisic (FC Chelsea) für ebenfalls über 60 Millionen Euro. 

Eine Saison darauf, 2019/20, brachte der BVB dann gleich vier Spieler (u.a. Paco Alcacer, Julian Weigl, Maximilian Philipp) für jeweils mindestens 20 Millionen Euro an einen neuen Klub - die Spitzenposition nahm Verteidiger Abdou Diallo ein, der für über 30 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain wechselte.

Sancho spielte 85 Millionen Euro ein

Nach der ersten Phase der Corona-Pandemie setzte der BVB dann seine erfolgreiche Verkaufsstrategie fort.

2021/22 wurde allein Flügelstürmer Jadon Sancho für 85 Millionen Euro an Manchester United verkauft. Durch die Abgänge von Leonardi Balerdi, Thomas Delaney, Jeremy Toljan und Sergio Gomez landeten insgesamt wieder rund 108 Millionen Euro in der schwarz-gelben Brieftasche.

Und der Geldregen auf dem Transfermarkt scheint für den BVB nicht aufzuhören. Viele Kennzeichen sprechen dafür, dass Topstürmer Erling Haaland diesen Sommer die Dortmunder verlässt. Als Ablöse kursieren die angeblich festgeschriebenen 75 Millionen Euro. Allerdings muss der BVB wohl einen Teil davon auch noch abgeben. Dennoch dürfte in Summe wieder die 100-Millionen-Euro-Marke zumindest an offiziellen Verkaufswerten erreicht werden, da voraussichtlich noch weitere Spieler wie Manuel Akanji verkauft werden könnten.

 

Die BVB-Funktionäre scheinen aber noch weiter geplant zu haben. Für die Saison 2023/24 könnte Mittelfeldantreiber Jude Bellingham zu einem absoluten Topklub wechseln - im Gespräch ist derzeit Real Madrid. Aber auch Bellinghams Heimat England könnte eine Option sein.

Doch selbst wenn Bellingham dann weg wäre: Auch danach könnte es zu einer weiteren Marktexplosion bei Dortmunder Spielern kommen. Denn der BVB will in diesem Sommer einige deutsche Nationalspieler verpflichten. Niklas Süle stellt den ersten Transfer in dieser Kategorie dar, es könnte unter anderem noch Stürmer Karim Adeyemi aus Salzburg folgen. Durch eine gute WM 2022, vielmehr aber noch durch die Heim-EM 2024, könnten die Marktwerte der deutschen BVB-Spieler dann im Sommer 2024 enorm gestiegen sein, um zumindest mit einem Star erneut einen Verkaufscoup zu landen.

Effenberg sieht Kobel beim FC Bayern

Ein weiterer "Diamant" in den Reihen des BVB ist zudem der Schweizer Torwart Gregor Kobel. Sein Marktwert liegt laut transfermarkt.de jetzt schon bei 20 Millionen Euro - und manche Experten wie Stefan Effenberg sehen Kobel schon als Nachfolger von Manuel Neuer beim FC Bayern. Ab der Saison 2024/25 könnte ein solch spektakulärer Wechsel ein Thema werden. Da Kobel schon jetzt einen Vertrag bis 2026 in Dortmund besitzt, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass sich der BVB auch die nächsten drei bis vier Jahre um die Einnahmen auf dem Transfermarkt keine Sorgen machen muss.

Die Frage, die auf der anderen Seite offen bleibt, ist natürlich: Wann schafft es Dortmund wieder, das überragend herausgewirtschaftete Geld in die Mannschaft so zu reinvestieren, dass nach 2012 wieder mal der Gewinn der deutschen Meisterschaft gefeiert werden kann?

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Daniel Michel  
29.03.2022