Ganz oder gar nicht

Ex-DFL-Boss kritisiert unterschiedliche Fan-Rückkehr: "Wettbewerbsverzerrung!"

Bei RB Leipzig könnten bald wieder Zuschauer ins Stadion zurückkehren. Foto: Getty Images

Diverse Bundesligisten prüfen vor dem Start der höchsten deutschen Spielklasse eine Teilrückkehr von Zuschauern in ihren Stadien. Es ist davon auszugehen, dass manch ein Klub wieder vor Zuschauern spielen wird, andere hingegen vor leeren Rängen. Für Ex-DFL-Chef Andreas Rettig ein Unding.

Klare Kante zeigte Andreas Rettig, ehemaliger Geschäftsführer der DFL, mit Blick auf die Tatsache, dass zum Beispiel RB Leipzig und Hertha BSC in der Bundesliga vor Zuschauern spielen werden. Im Kölner Stadtanzeiger sagte er: "Ich halte den eingeschlagenen Weg, trotz Sympathie für den Föderalismus mit dezentralen individuellen Lösungen, hinsichtlich der im scharfen Wettbewerb miteinander stehenden Klubs für falsch." Die Beschlüsse für die Teilrückkehr liegen bei den Ländern, nicht beim Bund. Das kritisiert Rettig in dem Fall heftig und fordert gleiche Bedingungen für alle Bundesligavereine. Zudem seien solche Szenarien in Zeiten von Schulstart ohnehin nur schwer vermittelbar.

Konkrete Kritik an DFL und RB Leipzig

Ob eine solche Ungleichbehandlung innerhalb der Liga rechtlich haltbar sei, sieht der ehemalige Bundesligamanager als strittig an: "Es bleibt abzuwarten, ob durch diese Wettbewerbsverzerrung nicht Einspruchsgründe vorliegen, da die sportlichen Chancen nicht davon abhängig sein dürfen, ob ein Klub in der Nähe eines Fleisch produzierenden Betriebes oder in einem nicht so stark betroffenen Bundesland liegt." RB Leipzig kritisierte Rettig dabei direkt. Der Klub aus Sachsen hätte demnach ein "Bekenntnis zur Solidargemeinschaft" zeigen können, indem man auf die Rückkehr der Zuschauer verzichtet hätte. Auch die DFL hätte die Chance auf eine "klare Kante" verpasst. Er hätte eine abwartende Haltung bis zum 31. Oktober abgewartet. Bis dahin arbeitet eine Arbeitsgruppe an einer bundeseinheitlichen Lösung.

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Benjamin Heinrich  
09.09.2020