Seuchen-Jahr endete mit Entfernung eines Tumors

Ewerton: "Zweites Jahr in Hamburg so angehen, als wäre ich neu hier"

Ewerton bringt sich beim HSV wieder in Stellung. Foto: Imago
Ewerton bringt sich beim HSV wieder in Stellung. Foto: Imago

Der Hamburger SV sucht dem Vernehmen nach einen Innenverteidiger mit Routine, der als Abwehrchef fungieren kann. Diese Rolle könnte mit Ewerton auch ein interner Anwärter besetzen. Der Brasilianer hat ein Seuchen-Jahr hinter sich, will nun aber neu angreifen.

"Ich werde mein zweites Jahr in Hamburg so angehen, als wäre ich neu hier", sagt der 31-Jährige gegenüber Sport Bild. "Ich will allen zeigen, warum mich der HSV vergangenes Jahr holte." Die Verpflichtung war den Rothosen 2019 immerhin zwei Millionen Euro Ablöse wert. In nur fünf Pflichtspielen konnte Ewerton das Investment aber nicht rechtfertigen. Immer wieder fehlte er verletzt. Den größten Schock musste er im Juni hinnehmen, als eine Ultraschall-Untersuchung einen Tumor nahelegte.

"Hatte Angst, mein Bein zu verlieren"

Der Verdacht bestätigte sich, am 16. Juli wurde das glücklicherweise gutartige Geschwür entfernt. "Der Tumor war deutlich größer als ein Tischtennisball, fast so groß wie ein Tennisball", erzählt Ewerton. Damit endete eine Leidenszeit, die vor allem eine große mentale Belastung darstellte. "Ich hatte Angst, sogar mein Bein zu verlieren, nie wieder Fußball spielen zu können." Derartig einschneidende Erlebnisse haben bei so manchem Spieler den Effekt, dass sie danach das Privileg, Profifußballer zu sein, noch intensiver wahrnehmen.

"Erlebt, wie schön der Aufstieg ist"

Für Ewerton geht es nun freilich erst noch darum, sich wieder voll in Fahrt zu bringen. Noch hat der HSV keinen neuen Innenverteidiger verpflichtet, ein Stammplatz ist also durchaus in Reichweite. An Selbstvertrauen mangelt es dem Brasilianer nicht. "Mit Nürnberg habe ich 2018 erlebt, wie schön ein Aufstieg in die Bundesliga ist – das möchte ich jetzt noch mal erleben." Ewerton würde diese Freude nach seinen schweren Wochen sicherlich noch intensiver spüren als so mancher Kollege.

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Lars Pollmann  
26.08.2020