Regeländerung in England

Everton-Profi giftet über Klopp: "Hat über Jahre gejammert"

Klopp war stets für die Einführung von zwei weiteren Wechseln. Foto: Getty Images
Klopp war stets für die Einführung von zwei weiteren Wechseln. Foto: Getty Images

Als letzter großer Wettbewerb in Europa verschloss sich die Premier League bis zuletzt der Regeländerung hin zu maximal fünf Auswechslungen pro Spiel. Im Frühjahr haben die Klubs aber die Einführung zur neuen Saison beschlossen. Andros Townsend kritisiert in diesem Zusammenhang Jürgen Klopp.

Der Teammanager des FC Liverpool hatte sich von Anfang an dafür ausgesprochen, dass auch in der Premier League von den größeren Wechselmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden solle und führte dabei unter anderem das Argument ins Feld, dass die englischen Klubs durch die hohe Intensität des Spielplans auf der Insel gerade im internationalen Vergleich benachteiligt würden. Freilich gab es bis zuletzt auch viele Stimmen, die sich gegen die Veränderung ausgesprochen haben und dabei vor allem darauf abzielten, dass Top-Klubs wie Liverpool oder Manchester City durch ihre sehr teuren und hochkarätig besetzten Kader einen weiteren Wettbewerbsvorteil erhalten würden. Townsend, Profi des FC Everton, gehört offenbar auch zur Gruppe der Kritiker.

"Liebe es, wie Klopp wieder seinen Willen bekommen hat"

Bei talkSPORT giftet der ehemalige Nationalspieler deshalb voller Ironie: "Ich liebe es, wie Jürgen Klopp schon wieder seinen Willen bekommen hat. Er hat über Jahre gejammert, sie haben sich dagegen gewehrt und sind jetzt doch eingeknickt", so der Everton-Angreifer. "Er wird in den wichtigsten Spielen weiter nur ein- oder zweimal wechseln, so wie Liverpool und ManCity es jetzt schon handhaben", mutmaßt Townsend. Die Regeländerung werde ihre Wirkung zeigen, wenn die Top-Mannschaften gegen vermeintlich schwächere Gegner überraschend Probleme haben, so seine Vorahnung.

"Fünf ausgeruhte Weltklasse-Spieler von der Bank"

"In Spielen gegen Crystal Palace oder Brentford, wo sie Probleme haben das Spiel zu gestalten und es 0:0 steht. Da wird Klopp sagen: 'Okay, jetzt bringe ich fünf ausgeruhte Weltklasse-Spieler von der Bank, damit sie diese hartnäckige Defensive ausspielen'", führt Townsend aus. Grundsätzlich sei die Regeländerung für ihn selbst positiv, weil er von einer Kreuzbandverletzung zurückkommt. Doch aus Sicht der sportlichen Fairness hat er Probleme mit der Anpassung an die übrigen Top-Wettbewerbe in Europa. Klopp wird es verschmerzen können, dafür von einem Spieler des lokalen Erzrivalen kritisiert zu werden.

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Lars Pollmann  
29.06.2022