Zurückhaltende Bayern

"Es sprudelt keine Ölquelle" - Nagelsmann zweifelt an Winter-Transfers

Julian Nagelsmann sieht keinen triftigen Grund für Winter-Transfers. Foto: Getty Images.
Julian Nagelsmann sieht keinen triftigen Grund für Winter-Transfers. Foto: Getty Images.

Einige Spieler sind nach ihrem coronabedingten Ausfall ins Training des FC Bayern zurückgekehrt, Alphonso Davies wird dem Rekordmeister wegen einer leichten Herzmuskelentzündung jedoch einige Wochen fehlen. Grundsätzlich mag Julian Nagelsmann Winter-Transfers, allerdings herrscht aus Sicht des Cheftrainers kein Zwang, Spieler zu verpflichten.

Das Statement von Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Freitag war zweigeteilt. Auf mögliche Winter-Transfers angesprochen erläuterte der Cheftrainer des FC Bayern, er sei "ein großer Freund" davon, Spieler im Januar zu verpflichten; doch trotz der aktuellen Personalsituation seien Transfers keinesfalls erforderlich - und darüber hinaus kaum finanzierbar: "Wir müssen nicht unbedingt einen holen. Der Wintermarkt ist sehr schwer: Er ist teuer, kompliziert, es sind deutlich weniger Spieler da, wir haben vor Weihnachten keine Zuschauer, haben jetzt keine Zuschauer, es sprudelt keine Ölquelle aus der Säbener Straße. Es muss immer im wirtschaftlichen Rahmen sein, der ist im Winter meistens eher in eine Leinwand als in ein kleines Bild oder eine Postkarte eingerahmt. Von daher ist es schwer, dass man im Winter gute Spieler verpflichtet."

Wieso Nagelsmann Winter-Transfers befürwortet

Dennoch "wäre es kein Schaden, wenn wir das machen würden", sagte Nagelsmann. Aus Spielersicht sieht der 34-Jährige sogar gewisse Vorzüge: "Wenn du im Sommer einen Spieler holst, wünscht sich jeder, dass er Ende Juli, Anfang August sofort perfekt performt. Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich höher, wenn er vorher fünf Monate da war und nicht jedes Spiel top performen muss, weil er Zeit hat oder die Struktur der Mannschaft schon gefestigt ist und er dazukommt." Aus Trainersicht bestehe zudem die Möglichkeit, gebildete Hierarchien aufzubrechen und die Mannschaft neu durchzumischen. Ob dies in München geschehen wird, bleibt jedoch ungewiss.

Florian Bajus  
14.01.2022