Stammplätze sind rar

"Es ist schon ein Problem": Kamps über den Torhüter-Nachwuchs

Gladbach setzt mit Sippel, Sommer und Grün auf drei erfahrene Keeper. Foto: Lars Baron/Getty Images
Gladbach setzt mit Sippel, Sommer und Grün auf drei erfahrene Keeper. Foto: Lars Baron/Getty Images

Oliver Baumann kommt mit 30 Jahren zur späten Ehre der ersten Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Der Keeper der TSG Hoffenheim profitiert von prominenten Ausfällen. Aber auch davon, dass es aktuell kaum junge Anwärter auf den Posten gibt. Uwe Kamps analysiert.

"Es ist schon ein Problem, dass nur wenige junge deutsche Torhüter spielen", so der Torwarttrainer von Borussia Mönchengladbach gegenüber der Rheinischen Post. Nach aktuellem Stand spielt in der neuen Saison vermutlich allenfalls ein deutscher Keeper unter 25 Jahren als Stammkraft in der Bundesliga. Und dafür muss Florian Müller bei Mainz 05 noch den Zweikampf mit Robin Zentner gewinnen. Auf den Bänken tummelt sich durchaus Talent, das aber nicht zum Vorschein kommt. 

"Wenig Grund zu wechseln"

"Es gibt gerade viele erfahrene Torhüter, die seit Jahren ihre Leistungen bringen, da gibt es dann wenig Grund zu wechseln", sagt Kamps. "Wenn aber Wechsel anstehen, wäre es schön, wenn die Klubs dann auf deutsche Talente statt auf erfahrene Keeper aus dem Ausland setzen würden." Die Nagelprobe steht aber bei den meisten Klubs frühestens mittelfristig an. Bei Borussia Dortmund wird es Jahre dauern, bis Luca Unbehaun am Stammplatz von Roman Bürki rüttelt, bei Bayer Leverkusen wird Neuzugang Lennart Grill Lukas Hradecky nicht so bald ersetzen.

Manchmal geht es schneller als gedacht

Auch bei Borussia Mönchengladbach gibt es mit Yann Sommer eine so starke Nr.1, dass ein baldiger Wechsel nicht infrage kommt. Allerdings kann es bisweilen schneller gehen als gedacht. Bei Gladbach kann Kamps davon ein Lied singen. Am Abstiegskampf der Saison 2010/11 setzte Trainer Lucien Favre im Endspurt auf Eigengewächs Marc-Andre ter Stegen, der durchaus entscheidenden Anteil an der Rettung hatte. "Ich bin froh, dass wir es damals gemacht haben", erinnert Kamps. "Dass wir irgendwann wieder eine Nummer eins aus dem eigenen Stall haben werden, das wäre ein Traum."

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Lars Pollmann  
30.08.2020