Sportvorstand vor vermeintlichem Schicksalsspiel

"Es ist kein blindes Verteidigen": Schneider erklärt Haltung zu Wagner

Wie lange kann Schneider an Wagner festhalten? Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Wie lange kann Schneider an Wagner festhalten? Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Für David Wagner geht es am Samstagabend laut Medienberichten um seinen Job als Trainer des FC Schalke 04. Jochen Schneider hat bisher stets fest zu seinem Coach gehalten, womöglich würde er sich bei einer Niederlage gegen Werder Bremen aber der Entwicklung nicht mehr erwehren können. Grundsätzlich bleibt der Sportchef überzeugt vom US-Amerikaner.

"Es ist ja kein blindes Verteidigen, es gibt gute Gründe dafür. Wir haben uns damals bewusst für diesen Trainer entschieden und im Vorfeld seiner Verpflichtung viele Informationen eingeholt, wie er gearbeitet hat", so der 50-Jährige gegenüber dem Weser-Kurier. Vor allem die Zeit von Wagner bei Huddersfield Town, das er sensationell in die Premier League geführt und ein Jahr dort gehalten hatte, sei maßgeblich gewesen. 

"Sieben Monate schlichtweg großartig gespielt"

"Und wir haben mit ihm sieben Monate schlichtweg großartig gespielt", so Schneider. "Das sind alles Gründe, die es rechtfertigen, für diesen Trainer einzustehen." Schalke hatte in der Vorsaison auf Tabellenplatz fünf überwintert, galt während der Vorrunde als positive Überraschung. In der Rückserie freilich nahm das Unheil seinen Lauf, das 0:8 beim FC Bayern gab keinen Anlass, auf eine Besserung zu hoffen. Diese Pleite von beinahe historischem Ausmaß hat den Druck auf Wagner, und infolgedessen auch auf Schneider, deutlich erhöht.

"Mehr als nur ein Fußballklub"

"Der Verein ist sehr emotional und sehr wuchtig in beide Richtungen. Es ist dieses besondere Zusammengehörigkeitsgefühl, das Schalke 04 auszeichnet", meint der Sportchef. "Schalke 04 ist für sehr viele Menschen mehr als nur ein Fußballklub, sehr viel mehr." Entsprechend fallen die Reaktionen, positiv wie negativ, aus. Laut Medienberichten hat sich Schneider zuletzt mit einigen Alternativen zu Wagner beschäftigt, sollte er um eine Entlassung nicht mehr herumkommen. 

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Lars Pollmann  
26.09.2020