Bilanzen offengelegt

Abo-Erhöhung gerechtfertigt? DAZN verliert jährlich Milliarden

Allein für die Übertragungsrechte der Champions League zahlt DAZN viel Geld.
Allein für die Übertragungsrechte der Champions League zahlt DAZN viel Geld. (Foto: Alex Grimm/Getty Images)

Der Streamingdienst DAZN überraschte zuletzt mit einer massiven Abo-Preiserhöhung für Neukunden. Bei einem Blick auf die Finanzen des Unternehmens wird klar, warum offenbar so sehr angezogen wurde.

Statt 14,99 Euro zahlen Nutzer seit dem 1. Februar 29,99 Euro. Unter anderem sind da Spiele der Bundesliga und der Champions League dabei. Eine Preiserhöhung, die in der Gesellschaft für Empörung sorgte. Demnächst könnte es auch die Bestandskunden treffen, weil der Streamingdienst sonst weiterhin rote Zahlen schreibt.

2020 mehr als eine Milliarde Euro Verlust

Wie die Bild in einem Bericht offenlegt, lag der weltweite Umsatz von DAZN im Jahr 2020 bei 797 Millionen Euro. Zwar wurden damit 48,3 Millionen Euro mehr eingenommen als 2019, jedoch stehen dem Ganzen Kosten in Höhe von 1,84 Milliarden Euro gegenüber - die Differenz liegt demnach bei mehr als eine Milliarde Euro!

In über 200 Ländern aktiv

DAZN überträgt nicht nur in Deutschland die Bundesliga, sondern ist sogar in über 200 Ländern aktiv und hat teilweise Sportrechte bis 2028 abgeschlossen, für die noch in etwa 6,5 Milliarden Euro fällig sind. Einen hohen Anteil stellen die Rechte an der Champions League dar. Ohne die regelmäßige finanzielle Hilfe von Eigentümer Len Blavatnik, dessen Vermögen laut Forbes bei 30 Milliarden Euro liegen soll, wären die Ausgaben des Streamingdienst wohl nicht zu stemmen.

DAZN hat einen neuen Business-Plan

Um nicht mehr von Blavatnik abhängig zu sein, hat man laut der Bild einen Business-Plan bis Ende 2025 erstellt. Idealerweise sollen Einnahmen von externen Geldgebern kommen. Aber auch die erhöhten Abo-Zahlungen sollen die Kosten stützen. Laut dem Bericht hat DAZN weltweit schätzungsweise elf Millionen Kunden. Wie viele davon aus Deutschland stammen, ist unbekannt.

Tom Jacob  
09.03.2022